Autor: Melanie Berger

Aktualisiert am 26. September 2026

Kurz gesagt

Welche Konfliktmanagement-Modelle solltest du kennen? Konfliktmanagement-Modelle sind Denkwerkzeuge, mit denen du Konflikte einschätzt und bearbeitest. Drei decken fast jede Lage ab: das Eskalationsmodell von Friedrich Glasl mit neun Stufen, das Harvard-Konzept für interessenbasiertes Verhandeln und das Thomas-Kilmann-Modell mit fünf Konfliktstilen. Sie ergänzen sich: Glasl zeigt, wie ernst es ist, Thomas-Kilmann, wie du reagierst, Harvard, wie ihr verhandelt. Die Grenze: Ab Glasl-Stufe 7 hilft Verhandeln allein meist nicht mehr.

So viele Modelle und Theorien, so wenig Durchblick: Welches Modell kann mir in welcher Situation helfen? Welche Kombination macht Sinn? Hier kommt der Direktvergleich der 3 wichtigsten Konfliktmanagement-Modelle: das Thomas-Kilmann Modell, das Harvard-Konzept und die Eskalationsstufen nach Glasl. Dazu zeige ich dir, wie du die drei am besten kombinierst.

Wenn du die komplette Methoden-Sammlung mit allen 20 wirksamsten Tools brauchst (Glasl, Drama-Dreieck, Eisbergmodell uvm.), geh zum großen Überblick: Konfliktmanagement-Methoden: die 20 wichtigsten Werkzeuge im Überblick.

Was sind Konfliktmanagement-Modelle?

Konfliktmanagement-Modelle sind strukturierte Rahmenwerke im Konfliktmanagement, die erklären, wie Konflikte entstehen, eskalieren und gelöst werden können. Sie machen das Unsichtbare sichtbar: Warum reagierst du unter Druck immer gleich? Warum dreht sich dieser eine Teamkonflikt im Kreis, obwohl alle reden? Was steckt wirklich unter der Oberfläche?

Der wichtige Unterschied zu Methoden: Konfliktmanagement-Methoden sagen dir, was du tun sollst (z.B. aktives Zuhören, Harvard-Verhandlung). Modelle geben dir zuerst den Interpretationsrahmen. Damit du weißt, in welcher Situation du überhaupt bist. Erst wenn du den Konflikt richtig eingeordnet hast, wählst du die passende Methode.

Bekannte Konfliktmanagement-Modelle und Konfliktlösungsmodelle im Überblick:

  • Diagnose-Modelle: Glasls Eskalationsstufen, Eisbergmodell, Drama-Dreieck - zeigen, wo du im Konflikt stehst
  • Verhaltens-Modelle: Thomas-Kilmann, Konfliktstile nach Blake/Mouton - zeigen, wie du automatisch reagierst
  • Lösungs-Modelle: Harvard-Konzept, Gewaltfreie Kommunikation - zeigen, wie du aus dem Konflikt herauskommst

In meiner Praxis kombiniere ich fast immer alle drei Kategorien: Glasl zur Diagnose, Harvard zur Lösungsentwicklung, Thomas-Kilmann zur Verhaltenswahl.

Die drei Modelle im Direktvergleich

Thomas-Kilmann setzt du in Minuten ein, das Harvard-Konzept braucht 1 bis 3 Stunden, Glasl die gründlichste Analyse.

ModellIdeal fürZeitaufwandKomplexitätTypischer Einsatz
Thomas-KilmannTägliche Konfliktsituationen, SelbstreflexionGering (5-30 Min.)EinfachIndividuelle Verhaltenswahl
Harvard-KonzeptVerhandlungen, komplexe InteressenkonflikteMittel (1-3 Std.)MittelStrategisches Aushandeln
Glasl-EskalationsstufenTiefsitzende, länger schwelende KonflikteHoch (Analyse + Intervention)HochDiagnose + Intervention

Wichtig: Die Modelle ergänzen sich. In meiner Mediationspraxis kombiniere ich fast immer alle drei: Glasl zur Diagnose, Harvard zur Lösungsentwicklung, Thomas-Kilmann zur Verhaltenswahl.

Wofür eignet sich welches Modell?

  • Thomas-Kilmann Modell: Flexibel und schnell anwendbar, besonders gut für den individuellen Umgang mit Konflikten.
  • Harvard-Konzept: Ideal für Verhandlungen und komplexe Konflikte, fördert Zusammenarbeit und faire Lösungen.
  • Eskalationsstufen nach Glasl: Bietet tiefes Verständnis über den Verlauf eines Konflikts und hilft, Eskalationen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.

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Was ist das Thomas-Kilmann-Modell?

Das Thomas-Kilmann Modell (TKI) bietet fünf verschiedene Strategien für den Umgang mit Konflikten: Vermeiden, Nachgeben, Durchsetzen, Kompromiss und Kooperation. Diese Strategien basieren auf den Dimensionen Durchsetzungsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft.

Thomas-Kilmann Modell: 5 Konfliktstile als Diagramm
  • Vermeiden: Hier tust du so, als gäbe es das Problem nicht. Kurzfristig hilfreich, langfristig eher problematisch.
  • Nachgeben: Du stellst die Bedürfnisse des anderen über deine eigenen. Das ist nett, aber langfristig unbefriedigend.
  • Durchsetzen: Du setzt deine eigenen Interessen durch. Effektiv, kann aber Beziehungen schädigen.
  • Kompromiss: Beide Seiten geben etwas nach. Fair, aber niemand ist wirklich zufrieden.
  • Kooperation: Ihr findet gemeinsam die beste Lösung. Dauert länger, ist aber oft die beste Option.

Das Modell ist besonders nützlich, um schnell eine geeignete Strategie auszuwählen. Es hilft dir, flexibel auf verschiedene Situationen zu reagieren und bewusst eine Methode zu wählen, die am besten passt - denn nicht immer ist Kooperation oder Kompromiss der beste Weg. Wesentlich ist, dass du eine bewusste Entscheidung triffst, welche Strategie für deine Situation am besten passt. Welcher Weg wann am meisten Sinn macht, liest du in meinem Artikel über das Thomas-Kilmann Modell.

Wann ist das Thomas-Kilmann-Modell das richtige Werkzeug?

In der Praxis setze ich das Thomas-Kilmann-Modell besonders dann ein, wenn Klienten vor einer konkreten Konfliktsituation stehen und schnell entscheiden müssen, wie sie reagieren.

Fallbeispiel (Anonymisiert)

Eine Abteilungsleiterin in einem mittelständischen Gesundheitsbetrieb kam zu mir, weil ein Kollege sie in Meetings ständig unterbrach. Ihre automatische Strategie: Vermeiden. Das Ergebnis: Frust und Statusverlust im Team. Nach der Analyse mit dem Thomas-Kilmann-Modell entschied sie sich bewusst für „Durchsetzen“ in Meetings und für „Kooperation“ im Einzelgespräch mit dem Kollegen. Nach drei Wochen war die Sache geklärt.

Drei häufige Fehler bei der Anwendung

  • Nur eine Strategie wählen: Die meisten Menschen nutzen dauerhaft dieselbe Strategie (meistens Vermeiden oder Kompromiss). Das TKM lebt davon, flexibel zu wechseln.
  • Kooperation als immer beste Option sehen: Kooperation ist zeit- und energieintensiv. Für Bagatellen völlig überdimensioniert - hier ist Nachgeben oder Vermeiden oft besser.
  • Das Modell auf andere anwenden statt auf sich selbst: TKM ist ein Reflexionstool für die eigene Reaktion, kein Diagnose-Werkzeug für Kollegen.

Wie funktioniert das Harvard-Konzept?

Das Harvard-Konzept, auch bekannt als prinzipiengeleitetes Verhandeln, wurde von Roger Fisher und William Ury entwickelt. Es basiert auf vier grundlegenden Prinzipien:

  1. Menschen und Probleme getrennt behandeln: Fokus auf das Problem, nicht auf persönliche Angriffe.
  2. Interessen statt Positionen in den Vordergrund stellen: Finde heraus, was beide Seiten wirklich wollen.
  3. Gemeinsam Optionen entwickeln: Brainstorming ohne Bewertung.
  4. Objektive Kriterien verwenden: Nutze faire Standards zur Entscheidungsfindung.
Harvard Konzept Buch Getting To Yes

Dieses Modell ist besonders effektiv in Verhandlungen und bei komplexen Konflikten, da es hilft, kreative und faire Lösungen zu finden. Es fördert die Zusammenarbeit und führt oft zu Win-Win-Situationen. Außerdem ist es die Basis fast aller moderner Konfliktmanagementansätze. Lies mehr darüber in meinem Artikel zum Harvard-Konzept.

Wann ist das Harvard-Konzept die beste Wahl?

Das Harvard-Konzept greift besonders, wenn mehrere Parteien zusammen eine Lösung finden müssen, die längerfristig trägt.

Fallbeispiel (Anonymisiert)

Zwei Geschäftsführer eines IT-Startups stritten seit Monaten über die strategische Ausrichtung: wachsen oder konsolidieren. Beide blockierten die Investitionen des anderen. Mit den vier Harvard-Prinzipien haben wir in drei Sitzungen die Interessen dahinter freigelegt: Sicherheit auf der einen Seite, Marktchance auf der anderen. Die Lösung war ein Pilot über drei Monate, mit je einer Strategie in einem eigenen Geschäftsbereich. Daran hatte vorher keiner gedacht.

Drei häufige Fehler beim Harvard-Konzept

  • Zu schnell zu Optionen springen: Ohne saubere Interessenanalyse entwickelt man oft Optionen, die das eigentliche Problem nicht lösen. Investiere genug Zeit in Schritt 2.
  • Position als Interesse missverstehen: „Ich will 15 % Gehaltserhöhung" ist eine Position, kein Interesse. Das Interesse dahinter kann Anerkennung, Sicherheit oder Fairness sein.
  • BATNA vernachlässigen: Das Harvard-Konzept lebt davon, die beste Alternative zur Einigung zu kennen. Ohne klare BATNA verhandelt man aus Angst, nicht aus Stärke.

Was sind die Eskalationsstufen nach Glasl?

Friedrich Glasl hat ein Modell entwickelt, das die Eskalation von Konflikten in neun Stufen beschreibt. Jede Stufe zeigt, wie der Konflikt sich verschärfen kann, wenn er nicht rechtzeitig gelöst wird.

Konflikteskalation nach Glasl: Die Stufen als Grafik

Dargestellt ist ein Konflikteskalationsmodell, bekannt als Konflikteskalation nach Glasl, das einen Verlauf von „Win-Win“- bis „Lose-Lose“-Situationen zeigt. Die Stufen 1 bis 3 decken leichte Konflikte ab, 4 bis 6 mittelschwere und 7 bis 9 schwere Konflikte, die mit Interventionsmaßnahmen enden. Eine Person stürzt die Stufen runter.

  1. Verhärtung: Leichte Spannungen, die noch lösbar sind.
  2. Debatte: Härtere Argumente, Meinungsverschiedenheiten werden deutlicher.
  3. Taten statt Worte: Konfrontationen und Aktionen werden intensiver.
  4. Koalitionen: Parteien suchen Verbündete.
  5. Gesichtsverlust: Angriffe auf die Identität des Gegners.
  6. Drohstrategien: Offene Bedrohungen und Eskalation.
  7. Begrenzte Vernichtungsschläge: Ziel ist es, dem Gegner Schaden zuzufügen.
  8. Zersplitterung: Der Gegner soll völlig zerstört werden.
  9. Gemeinsam in den Abgrund: Es gibt keine Rücksicht mehr, totale Konfrontation.

Das Modell hilft, den aktuellen Stand eines Konflikts zu erkennen und frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um eine Eskalation zu verhindern. Es ist besonders nützlich in Situationen, in denen Konflikte bereits fortgeschritten sind und drohen, außer Kontrolle zu geraten.

Mehr Details findest du in meinem Beitrag über die Konflikteskalation nach Glasl.

Solange es Haare gibt, liegen sich Menschen in denselben.

Heinz Erhardt

Komiker und Kabarettist

Der kritische Übergang: Stufe 3 zu Stufe 4

Die wichtigste Schwelle im Glasl-Modell ist der Übergang von Stufe 3 („Taten statt Worte") zu Stufe 4 („Koalitionen"). Ab Stufe 4 können die Konfliktparteien das Problem nicht mehr aus eigener Kraft lösen - sie brauchen externe Moderation oder Mediation.

Fallbeispiel (Anonymisiert)

Der Leiter eines Vertriebsteams mit 30 Leuten holte mich erst, als zwei Unterteams nicht mehr gemeinsam in einem Meetingraum sitzen wollten. Das war Stufe 5 bis 6. Bei Stufe 2 bis 3 wäre die Lösung in einer einzigen Sitzung machbar gewesen. Bei Stufe 6 brauchten wir drei Sitzungen.

Schnelle Entscheidungshilfe: Welches Modell wann?

Diese fünf Szenarien helfen, das passende Modell schnell zu identifizieren:

1. Ich stehe vor einer konkreten Konfliktsituation und muss gleich reagieren

Empfehlung: Thomas-Kilmann. Wähle bewusst eine der fünf Strategien passend zur Situation - statt automatisch in dein Standardverhalten zu fallen.

2. Ich verhandle einen Vertrag oder eine wichtige Vereinbarung

Empfehlung: Harvard-Konzept. Separiere Personen vom Problem, arbeite an Interessen statt Positionen und entwickle mehrere Optionen, bevor du bewertest.

3. Ich habe einen langandauernden Teamkonflikt, der nicht weggeht

Empfehlung: Zuerst Glasl-Analyse, dann entscheiden. Ist der Konflikt auf Stufe 1-3, selbst lösbar. Ab Stufe 4 externe Unterstützung holen - sonst verschlimmerst du die Situation durch Eigenintervention.

4. Zwei Mitarbeiter sind seit Wochen nicht mehr gesprächsfähig

Empfehlung: Glasl-Analyse plus Harvard als Gesprächsstruktur. Vermutlich Stufe 4-5, externe Moderation empfehlenswert. Das Harvard-Konzept gibt die Struktur für das Klärungsgespräch.

5. Ich erkenne an mir selbst, dass ich immer gleich auf Konflikte reagiere

Empfehlung: Thomas-Kilmann als Selbstreflexions-Tool. Welche Strategie ist dein Default? Welche fehlt dir im Repertoire? Der Konflikttypentest hilft bei der Standortbestimmung.

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Wie kombinierst du die drei Modelle in der Praxis?

Jedes dieser Modelle bietet wertvolle Werkzeuge für das Konfliktmanagement, und meistens ist die beste Lösung, Elemente aus allen Ansätzen zu kombinieren.

Wenn dein Projektteam in einen Konflikt gerät, weil ein Teil des Teams eine neue Software einsetzen will, während der andere Teil lieber bei der altbewährten Methode bleiben möchte, ist das unser perfektes Beispiel.

Schritt 1: Die Situation analysieren (Glasls Eskalationsstufen)

Beginne mit einer Analyse des aktuellen Eskalationsniveaus nach Glasl. Angenommen, der Konflikt befindet sich auf Stufe 2 (Debatte), dann ist es noch nicht zu spät, die Situation zu deeskalieren, du wirst allerdings schon Hilfe von außen brauchen, wenn sich das nicht ewig in die Länge ziehen soll.

die 3 besten Konfliktmanagement Modelle

Schritt 2: Interessen statt Positionen (Harvard-Konzept)

Verwende die Prinzipien des Harvard-Konzepts, um die Interessen beider Seiten herauszufinden. Stelle sicher, dass die Diskussion sachlich bleibt und sich auf die Problemlösung konzentriert.

Vielleicht stellt sich heraus, dass die Innovatoren schneller arbeiten wollen, während die Traditionalisten auf Sicherheit und Zuverlässigkeit setzen - jetzt müsst ihr nur noch herausfinden, wie man diese beiden Interessen am besten vereint. Vielleicht könnt ihr die Systeme ja eine Zeit lang parallel laufen lassen?

Schritt 3: Strategien flexibel anwenden (Thomas-Kilmann Modell)

Nun kannst du die fünf Strategien des Thomas-Kilmann Modells in Betracht ziehen. In diesem Fall könnte eine Kooperation die beste Lösung sein, da so beide Seiten eine innovative und gleichzeitig sichere Lösung erarbeiten können. Man könnte auch Kompromisse eingehen wie etwa zunächst eine Testphase für die neue Software vorzuschlagen.


Frage an dich

  • Welches der drei Modelle passt am besten zu deiner Rolle und deinem Arbeitsumfeld?
  • Welche Strategie nach Thomas-Kilmann wählst du, wenn es brennt, und was kam zuletzt dabei heraus?
  • In welchem aktuellen Konflikt könntest du nächste Woche eines der Modelle ausprobieren?

Auf welcher Glasl-Stufe dein aktueller Konflikt steht, prüfst du im kostenlosen Konflikt-Workshop in 25 Minuten selbst.

Ergänzende Modelle für tiefere Konfliktanalyse

Die drei Modelle oben sind die Arbeitspferde im Konfliktmanagement. Für tiefere Analyse gibt es ergänzende Werkzeuge, die in Kombination besonders wirksam sind:

Fazit: Welches Modell passt zu deinem Konflikt?

Neben diesen drei Modellen gibt es viele Konfliktmanagement-Methoden, die du je nach Situation flexibel anwenden kannst. Die hier gezeigte Kombination - die 3 besten Konfliktmanagementmodelle - ist eine, die in vielen Fällen sehr gut funktioniert, weil sie ganz viele Aspekte abdecken und in vielen Situationen eine gute Hilfestellung bietet.

Und wenn du wissen willst, auf welcher Glasl-Stufe euer Konflikt gerade steht, bevor du ein Modell wählst: Im kostenlosen Konflikt-Workshop ordnest du deinen Fall in 25 Minuten auf dem Konflikt-Radar ein.

Buchtipps

Quellen

* Mit einem Sternchen markierte Links und das Buchbild zum Harvard-Konzept sind Amazon-Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein Buch, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich bleibt der Preis gleich.

Häufige Fragen

Welche 3 Konfliktmanagement-Modelle sind am wirksamsten?

Drei Modelle decken praktisch alles ab: Das Thomas-Kilmann-Modell zeigt deine fünf Konfliktstile. Das Harvard-Konzept liefert die Strategie „sachlich statt persönlich“ für Verhandlungen. Friedrich Glasls Eskalationsstufen warnen dich, bevor ein Konflikt außer Kontrolle gerät. Welches du brauchst, hängt davon ab, wo du gerade steckst.

Wann nutze ich das Thomas-Kilmann-Modell?

Das Thomas-Kilmann-Modell hilft dir, deinen automatischen Konfliktstil zu erkennen: ob du eher konkurrierst, nachgibst, vermeidest, Kompromisse suchst oder kooperierst. Mit diesem Wissen wählst du bewusst die Strategie, die der Konflikt gerade braucht. Mehr dazu im Beitrag zum Thomas-Kilmann-Modell.

Wie erkenne ich, welches Modell für meinen Konflikt passt?

Frag dich: Wie ernst ist die Lage (Glasl)? Welcher ist mein automatischer Stil (Thomas-Kilmann)? Können wir noch sachlich miteinander reden (Harvard)? In heißen Konflikten brauchst du zuerst Deeskalation, in kühlen, sachlichen Konflikten eher Harvard. Je früher du ein Modell anwendest, desto besser wirkt es.

Welches Modell eignet sich am besten für Teamkonflikte?

Für Teamkonflikte hilft die Kombination aus Glasl-Analyse und Harvard-Konzept. Glasl zeigt den Schweregrad: Ab Stufe 4 brauchst du eine neutrale Moderation. Harvard strukturiert dann das Klärungsgespräch, sodass alle Parteien gehört werden. Mehr Werkzeuge im Leitfaden zu Teamkonflikten.

Was unterscheidet das Thomas-Kilmann-Modell vom Harvard-Konzept?

Das Thomas-Kilmann-Modell beschreibt dein eigenes Verhalten: fünf Konfliktstrategien, zwischen denen du wählst. Das Harvard-Konzept ist ein Verhandlungsansatz für mehrere Parteien mit vier Prinzipien. Thomas-Kilmann beantwortet „Wie reagiere ich?“, Harvard „Wie finden wir gemeinsam eine Lösung?“. Im Alltag ergänzen sich beide.

Ab welcher Glasl-Stufe brauchst du professionelle Hilfe?

Ab Stufe 4 („Sorge um Image und Koalitionen“) solltest du eine externe Moderation oder Mediation einschalten. Ab Stufe 7 wird professionelle Hilfe dringend, allein ist der Konflikt dann kaum noch zu lösen. Der Übergang von Stufe 3 zu Stufe 4 ist der kritische Punkt für Führungskräfte. Bei Eskalation: Mediation in Wien.

Welches Konfliktmanagement-Modell ist am bekanntesten?

International am bekanntesten ist das Harvard-Konzept von Fisher und Ury, die Grundlage moderner Verhandlungsführung. Im deutschsprachigen Raum ist das Modell der Eskalationsstufen nach Friedrich Glasl sehr verbreitet, besonders in der Mediation. Das Thomas-Kilmann-Modell ist der Klassiker für Selbstreflexion im Management.

Autor

Melanie Berger

Ich bin Melanie Berger, eingetragene Wirtschaftsmediatorin in Wien und Autorin von „Bulldozer und Erklärbär“.


Seit 2020 löse ich Konflikte in Unternehmen im DACH-Raum: fast 100 gelöste Fälle, in über 95 % davon eine Lösung, über 500 Führungskräfte trainiert und gecoacht. Davor über 30 Jahre in Vertrieb, Controlling, kaufmännischer Leitung und IT-Projekten. In meiner Freizeit gibt es Tanzen, Training und Garten (der Garten verliert meistens).

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