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Um Konflikte zu lösen, stehen uns unterschiedliche Strategien zur Verfügung. Welche das sind, werden im Thomas-Kilmann perfekt erklärt. Was aus dem Modell auch klar wird: Jeder Ansatz hat seine Berechtigung, man muss ihn nur in der richtigen Situation anwenden.

Konflikte sind quasi Bugs in der zwischenmenschlichen Kommunikation – sie tauchen unerwartet auf und können, wenn sie nicht behoben werden, ganze Systeme lahmlegen. Damit das nicht passiert, hier meine Inputs, wann du welche Konfliktlösungsstrategie am besten anwendest.

Die Prinzipien des Thomas-Kilmann Modells

Das Thomas-Kilmann Modell wurde von den Psychologen Kenneth W. Thomas und Ralph H. Kilmann entwickelt und zeigt unterschiedliche Strategien, um mit Konflikten umzugehen - es zeigt auch, dass nicht zwingend Kompromiss immer das Mittel der Wahl sein muss. Es basiert auf zwei Dimensionen: Durchsetzungsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft. Daraus ergeben sich fünf unterschiedliche Konfliktlösungsstrategien. Klingt spannend? Ist es auch - aber sehen wir uns das doch einfach mal an.

Thomas-Kilmann Modell

Quelle: https://projekte-leicht-gemacht.de/blog/softskills/kommunikation/konflikte/thomas-kilmann-konflikttyp/

Strategie 1: Konkurrieren (Durchsetzungsstark, wenig kooperativ)

Vor- und Nachteile des Konkurrierens

  • Vorteile: Schnell und effektiv, wenn schnelle Entscheidungen gefragt sind. Hilfreich, wenn man sicher ist, dass die eigene Position die richtige ist.
  • Nachteile: Kann zu Frustration und Widerstand bei anderen führen. Langfristig kann es Beziehungen schaden und ein negatives Arbeitsumfeld schaffen.

Wann sollte man nach dem Thomas-Kilmann-Modell konkurrieren?

Diese Strategie ist ideal, wenn eine schnelle Entscheidung notwendig ist und man stark von der eigenen Position überzeugt ist. Ebenfalls geeignet in Krisensituationen, wenn man weiß, dass der eigene Weg der beste ist.

Beispiel: Du bist Projektleiter und stehst vor einer wichtigen Deadline. Ein Teammitglied möchte eine zusätzliche Funktion hinzufügen, was die Deadline gefährden würde. Hier ist es notwendig, klar und bestimmt zu entscheiden, um den Projekterfolg zu sichern.

Das Thomas-Kilmann Modell: 5 bewährte Strategien zur Konfliktlösung - Wirtschaftsmediation Melanie Berger

Strategie 2: Nachgeben (Wenig durchsetzungsstark, sehr kooperativ)

Vor- und Nachteile des Nachgebens

  • Vorteile: Fördert Harmonie und stärkt Beziehungen. Nützlich, wenn das Thema für die andere Person wichtiger ist und man die Beziehung schätzen möchte.
  • Nachteile: Kann zu Frustration und Ungleichgewicht führen, wenn man ständig nachgibt. Eigene Bedürfnisse werden möglicherweise nicht erfüllt.

Wann hilft nachgeben?

Diese Strategie ist sinnvoll, wenn die Beziehung wichtiger ist als die Sache selbst oder wenn das Thema für die andere Person bedeutender ist.

Beispiel: Ein Kollege möchte das Layout eines Berichts ändern, das dir nicht so wichtig ist. Du lässt ihm den Vortritt, um den Teamgeist zu stärken.

Strategie 3: Vermeiden (Wenig durchsetzungsstark, wenig kooperativ)

Vor- und Nachteile des Konflikte vermeidens laut Thomas-Kilmann Modell

  • Vorteile: Vermeidet unnötige Konfrontationen. Hilfreich, wenn das Thema trivial ist oder man keine Chance auf eine Lösung sieht.
  • Nachteile: Probleme bleiben ungelöst und können sich aufstauen. Es kann zu Missverständnissen und größeren Konflikten in der Zukunft führen.

Wann sollte ich Konflikte vermeiden?

Diese Strategie ist nützlich, wenn das Problem unbedeutend ist oder wenn die Situation Zeit benötigt, um sich zu klären.

Beispiel: Du bemerkst einen kleinen Fehler in einem Bericht, der kaum Auswirkungen hat und entscheidest, ihn nicht anzusprechen, um keinen unnötigen Konflikt zu erzeugen.

Strategie 4: Kompromiss (Mittelmäßig durchsetzungsstark, mittelmäßig kooperativ)

Vor- und Nachteile eines Kompromisses

  • Vorteile: Ermöglicht schnelle und faire Lösungen, bei denen beide Seiten etwas gewinnen und etwas aufgeben. Hilfreich, wenn beide Parteien ähnlich starke Interessen haben.
  • Nachteile: Kann zu halbherzigen Lösungen führen, bei denen niemand wirklich zufrieden ist. Beide Seiten müssen Zugeständnisse machen. Hier noch mehr zum Thema Kompromisse - du wirst überrascht sein.

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Siegfried Wache

Technischer Zeichner, Luftfahrzeugtechniker und Buchautor

Wann ist ein Kompromiss sinnvoll?

Diese Strategie eignet sich, wenn beide Seiten ähnliche Machtpositionen haben und schnell eine Lösung gefunden werden muss.

Beispiel: Zwei Abteilungen streiten sich um die Nutzung eines Besprechungsraums. Sie einigen sich darauf, die Zeiten zu teilen, sodass beide Teams den Raum nutzen können.

Strategie 5: Zusammenarbeit (Durchsetzungsstark, sehr kooperativ)

Das Thomas-Kilmann Modell: 5 bewährte Strategien zur Konfliktlösung - Wirtschaftsmediation Melanie Berger

Vor- und Nachteile einer Zusammenarbeit

  • Vorteile: Führt zu den besten Lösungen, die die Bedürfnisse aller Parteien berücksichtigen. Stärkt Beziehungen und fördert langfristige Zusammenarbeit.
  • Nachteile: Zeitaufwändig und erfordert viel Kommunikation. Kann schwierig sein, wenn die Parteien sehr unterschiedliche Ziele haben.

Wann ist es sinnvoll, zusammenzuarbeiten?

Diese Strategie ist ideal, wenn alle Parteien bereit sind, zusammenzuarbeiten und genügend Zeit zur Verfügung steht, um die beste Lösung zu finden.

Beispiel: Ein Projektteam steht vor einer komplexen Herausforderung. Alle Teammitglieder setzen sich zusammen, um ihre Ideen und Bedenken zu teilen, und arbeiten gemeinsam an einer Lösung, die alle zufriedenstellt.

  • Welche der fünf Strategien nutze ich am häufigsten, und warum?
  • In welchen Situationen habe ich Schwierigkeiten, die richtige Konfliktlösungsstrategie zu wählen?
  • Wie kann ich meine Fähigkeit verbessern, zwischen den fünf Konfliktlösungsstrategien zu wechseln?

Fazit

Das Thomas-Kilmann Modell bietet uns fünf bewährte Ansätze, die uns helfen können, in verschiedenen Situationen die richtige Methode zu wählen (da war der richtige Input nicht dabei? Dann empfehle ich diesen Beitrag, wo ich dir einen Überblick über die 7 wichtigsten Konfliktmodelle gebe). Ob Konkurrieren, Nachgeben, Vermeiden, Kompromiss oder Zusammenarbeit – jede Strategie hat ihre Stärken und Schwächen - es ist praktisch keine besser als die andere, relevant ist, dass du in der Lage bist, die sinnvollste zu wählen.

Quellenverzeichnis

  • Thomas, K. W., & Kilmann, R. H. (1974). Thomas-Kilmann Conflict Mode Instrument. Mountain View, CA: CPP, Inc.
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