Konflikte? Streich‘ das Wort „Befindlichkeit“ aus Deinem Wortschatz!

Hörst Du Dir zu, wenn Du Dritten etwas über Deine Konflikte erzählst? Wie ist die Tonalität, die Stimmung Deiner Worte? Welchen Eindruck bekommt Dein Gegenüber von dem Konflikt?

Jedes Wort, dass Du verwendest, prägt den Eindruck, den andere gewinnen. Aber nicht nur das - es prägt durch seine Tonalität (also seine Wirkung und Bedeutung) auch den Verlauf Deiner Interaktion mit der anderen Konfliktpartei. Denn es zeigt, welche Haltung Du einnimmst.

An dieser Haltung kannst Du arbeiten, denn eine kooperative Einstellung wird Dir dabei helfen, Konflikte besser zu lösen. Und das fängt mit Deinen Gedanken und Worten an. Verwendest Du andere Worte, ändert sich Deine Haltung. Und damit auch Deine Konfliktkompetenz.

Warum das Wort "Befindlichkeit" in Konflikten Schwierigkeiten macht

Kürzlich habe ich mit einem potenziellen Klienten telefoniert, der in einer ziemlich verfahrenen Situation steckte. Er schilderte mir die Konfliktgeschichte aus seiner Sicht. Dabei fiel mehrmals das Wort „Befindlichkeit“ im Zusammenhang mit der anderen Konfliktpartei.


Es war schnell klar: Mein Gesprächspartner fand sich im Recht und konnte das Verhalten des anderen weder nachvollziehen noch akzeptieren. Der ausufernde und mehrfache Gebrauch des Wortes „Befindlichkeit“ war auffällig. Und ein erster Hinweis darauf, wie die Situation so eskaliert ist. Wir Mediatoren nennen das "Sprachmuster" und wir sind dafür ausgebildet, solche Auffälligkeiten zu bemerken und zu reflektieren.

Befindlichkeit ist ein abwertendes Wort

Das Problem daran? „Befindlichkeit“ ist für die meisten von uns ein abwertendes Wort. Wenn wir Bedürfnisse von anderen als Befindlichkeit bezeichnen, sagen wir, dass uns egal ist, wie es dem Gegenüber geht. Und dass wir seine oder ihre Haltung missbilligen.

Wenn Du mit dieser Einstellung in ein (unbegleitetes) Konfliktgespräch gehst, wird es schwer. Außer Du bist die Führungskraft, die lästige Menschen einfach entfernt, wenn sie ihr zu mühsam werden. Menschen spüren unsere innere Haltung. Und ihr Verhalten wird sich danach richten.

Wenn Du also Deinem Gegenüber nonverbal zu verstehen gibst, dass es Dir wurscht oder lästig ist, was diese Person möchte, wirst Du Widerstand produzieren. Jede Menge. In jeder unangenehmen Form, die Du Dir ausmalen kannst.

Den Konflikt lösen wirst Du so eher nicht. Denn um Konflikte zu lösen, brauchen wir eine kooperative Haltung und ehrliches Interesse an den Beweggründen der anderen.

Warum also sollte das Wort „Befindlichkeit“ deshalb ersetzt werden?

Unsere Worte formen die Wirklichkeit

Ganz einfach: Worte machen Wirklichkeit. Oder Deine Wirklichkeit macht Deine Worte. Wir können also entweder unsere Worte von unserer Wirklichkeit bestimmen lassen, oder aber unsere Wirklichkeit bewusst durch unsere Wortwahl formen.

Das Wort „Befindlichkeit“ könntest Du zum Beispiel durch „Bedürfnis“ oder „Interesse“ ersetzen. Merkst Du den Unterschied? Dachte ich mir.

Wenn Du das konsequent tust, wirst Du leichter schwierige Gespräche führen. Und schneller eine bessere Lösung finden.

Das fällt Dir noch schwer? Ich helfe gerne weiter.

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