Der ultimative Vergleich der 3 besten Konfliktmanagement Modelle - Wirtschaftsmediation Melanie Berger

So viele Modelle und Theorien, so wenig Durchblick: Welches Modell kann mir in welcher Situation helfen? Welche Kombination macht Sinn? Heute deshalb hier der ultimative Vergleich der 3 besten Konfliktmanagement Modelle: das Thomas-Kilmann Modell, das Harvard-Konzept und die Eskalationsstufen nach Glasl. Aber nicht nur das; ich zeige dir auch, wie du die drei am besten kombinierst.

Vergleich der Modelle auf einen Blick- wofür sind die Modelle geeignet und wann kannst du sie einsetzen?

  • Thomas-Kilmann Modell: Flexibel und schnell anwendbar, besonders gut für den individuellen Umgang mit Konflikten.
  • Harvard-Konzept: Ideal für Verhandlungen und komplexe Konflikte, fördert Zusammenarbeit und faire Lösungen.
  • Eskalationsstufen nach Glasl: Bietet tiefes Verständnis über den Verlauf eines Konflikts und hilft, Eskalationen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.

Das Thomas-Kilmann Modell

Das Thomas-Kilmann Modell (TKI) bietet fünf verschiedene Strategien für den Umgang mit Konflikten: Vermeiden, Nachgeben, Durchsetzen, Kompromiss und Kooperation. Diese Strategien basieren auf den Dimensionen Durchsetzungsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft.

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  • Vermeiden: Hier tust du so, als gäbe es das Problem nicht. Kurzfristig hilfreich, langfristig eher problematisch.
  • Nachgeben: Du stellst die Bedürfnisse des anderen über deine eigenen. Das ist nett, aber langfristig unbefriedigend.
  • Durchsetzen: Du setzt deine eigenen Interessen durch. Effektiv, kann aber Beziehungen schädigen.
  • Kompromiss: Beide Seiten geben etwas nach. Fair, aber niemand ist wirklich zufrieden.
  • Kooperation: Ihr findet gemeinsam die beste Lösung. Dauert länger, ist aber oft die beste Option.

Das Modell ist besonders nützlich, um schnell eine geeignete Strategie auszuwählen. Es hilft dir, flexibel auf verschiedene Situationen zu reagieren und bewusst eine Methode zu wählen, die am besten passt - denn nicht immer ist Kooperation oder Kompromiss der beste Weg. Wesentlich ist, dass du eine bewusste Entscheidung triffst, welche Strategie für deine Situation am besten passt. Welcher Weg wann am meisten Sinn macht, liest du in meinem Artikel über das Thomas-Kilmann Modell.

Das Harvard-Konzept

Das Harvard-Konzept, auch bekannt als prinzipiengeleitetes Verhandeln, wurde von Roger Fisher und William Ury entwickelt. Es basiert auf vier grundlegenden Prinzipien:

  1. Menschen und Probleme getrennt behandeln: Fokus auf das Problem, nicht auf persönliche Angriffe.
  2. Interessen statt Positionen in den Vordergrund stellen: Finde heraus, was beide Seiten wirklich wollen.
  3. Gemeinsam Optionen entwickeln: Brainstorming ohne Bewertung.
  4. Objektive Kriterien verwenden: Nutze faire Standards zur Entscheidungsfindung.
Harvard Konzept Buch Getting To Yes

Dieses Modell ist besonders effektiv in Verhandlungen und bei komplexen Konflikten, da es hilft, kreative und faire Lösungen zu finden. Es fördert die Zusammenarbeit und führt oft zu Win-Win-Situationen. Außerdem ist es die Basis fast aller moderner Konfliktmanagementansätze. Lies mehr darüber in meinem Artikel zum Harvard-Konzept.

Die Eskalationsstufen nach Glasl

Friedrich Glasl hat ein Modell entwickelt, das die Eskalation von Konflikten in neun Stufen beschreibt. Jede Stufe zeigt, wie der Konflikt sich verschärfen kann, wenn er nicht rechtzeitig gelöst wird.

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Dargestellt ist ein Konflikteskalationsmodell, bekannt als Konflikteskalation nach Glasl, das einen Verlauf von „Win-Win“- bis „Lose-Lose“-Situationen zeigt. Die Stufen 1 bis 3 decken leichte Konflikte ab, 4 bis 6 mittelschwere und 7 bis 9 schwere Konflikte, die mit Interventionsmaßnahmen enden. Eine Person stürzt die Stufen runter.

  1. Verhärtung: Leichte Spannungen, die noch lösbar sind.
  2. Debatte: Härtere Argumente, Meinungsverschiedenheiten werden deutlicher.
  3. Taten statt Worte: Konfrontationen und Aktionen werden intensiver.
  4. Koalitionen: Parteien suchen Verbündete.
  5. Gesichtsverlust: Angriffe auf die Identität des Gegners.
  6. Drohstrategien: Offene Bedrohungen und Eskalation.
  7. Begrenzte Vernichtungsschläge: Ziel ist es, dem Gegner Schaden zuzufügen.
  8. Zersplitterung: Der Gegner soll völlig zerstört werden.
  9. Gemeinsam in den Abgrund: Es gibt keine Rücksicht mehr, totale Konfrontation.

Das Modell hilft, den aktuellen Stand eines Konflikts zu erkennen und frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um eine Eskalation zu verhindern. Es ist besonders nützlich in Situationen, in denen Konflikte bereits fortgeschritten sind und drohen, außer Kontrolle zu geraten.

Mehr Details findest du in meinem Beitrag über die Konflikteskalation nach Glasl.

Solange es Haare gibt, liegen sich Menschen in denselben.

Heinz Erhardt

Kabarettist

Der ultimative Vergleich der 3 besten Konfliktmanagement Modelle - wie du die Modelle am besten kombinierst

Jedes dieser Modelle bietet wertvolle Werkzeuge für das Konfliktmanagement, und meistens ist die beste Lösung, Elemente aus allen Ansätzen zu kombinieren.

Wenn dein Projektteam in einen Konflikt gerät, weil ein Teil des Teams eine neue Software einsetzen will, während der andere Teil lieber bei der altbewährten Methode bleiben möchte, ist das unser perfektes Beispiel.

Schritt 1: Die Situation analysieren (Glasl's Eskalationsstufen)

Beginne mit einer Analyse des aktuellen Eskalationsniveaus nach Glasl. Angenommen, der Konflikt befindet sich auf Stufe 2 (Debatte), dann ist es noch nicht zu spät, die Situation zu deeskalieren, du wirst allerdings schon Hilfe von außen brauchen, wenn sich das nicht ewig in die Länge ziehen soll.

die 3 besten Konfliktmanagement Modelle

Schritt 2: Interessen statt Positionen (Harvard-Konzept)

Verwende die Prinzipien des Harvard-Konzepts, um die Interessen beider Seiten herauszufinden. Stelle sicher, dass die Diskussion nicht persönlich wird, sondern sich auf die Problemlösung konzentriert.

Vielleicht stellt sich heraus, dass die Innovatoren schneller arbeiten wollen, während die Traditionalisten auf Sicherheit und Zuverlässigkeit setzen - jetzt müsst ihr nur noch herausfinden, wie man diese beiden Interessen am besten vereint. Vielleicht könnt ihr die Systeme ja eine Zeit lang parallel laufen lassen?

Schritt 3: Strategien flexibel anwenden (Thomas-Kilmann Modell)

Nun kannst du die fünf Strategien des Thomas-Kilmann Modells in Betracht ziehen. In diesem Fall könnte eine Kooperation die beste Lösung sein, da so beide Seiten eine innovative und gleichzeitig sichere Lösung erarbeiten können. Man könnte auch Kompromisse eingehen wie etwa zunächst eine Testphase für die neue Software vorzuschlagen.


  • Welches Modell passt am besten zu deiner Persönlichkeit und deinem Arbeitsumfeld?
  • Hast du schon einmal eine dieser Strategien angewendet? Wie war das Ergebnis?
  • Wie könntest du diese Modelle in zukünftigen Konfliktsituationen nutzen?

Fazit

Es gibt viele unterschiedliche Konfliktmanagementmodelle, die du je nach Situation flexibel anwenden kannst. Die hier gezeigte Kombination - die 3 besten Konfliktmanagementmodelle - ist eine, die in vielen Fällen sehr gut funktioniert, weil sie ganz viele Aspekte abdecken und in vielen Situationen eine gute Hilfestellung bietet.

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