Fragetechniken in Konflikten

Konflikte sind wie Minenfelder. Ein falscher Schritt und Boom! Das kannst du aber verhindern; Fragetechniken in Konflikten leisten - richtig angewendet - einen wesentlichen Beitrag zur Deeskalation und Lösung des Konflikts. Statt mit der Faust auf den Tisch zu hauen, lernst du hier, wie du hilfreiche Fragen in schwierigen Situationen geschickt einsetzt.

Warum überhaupt Fragetechniken in Konflikten?

Du bist in einem Meeting und die Diskussion wird hitzig. Jeder will recht haben und keiner hört dem anderen wirklich zu. Du hebst die Hand und stellst eine einfache, offene Frage: „Wie können wir sicherstellen, dass alle Bedenken gehört werden?“ - die Atmosphäre ändert sich sofort. Fragen haben die magische Fähigkeit, Konfliktmuster zu unterbrechen, Menschen zum Nachdenken zu bringen und Raum für echte Kommunikation zu schaffen. Also darum.

Die Kunst der richtigen Fragetechnik

Es gibt verschiedene Arten von Fragen, die in Konfliktsituationen besonders hilfreich sind. Hier sind einige Techniken, die du sofort anwenden kannst:

Offene Fragen

Offene Fragen ermutigen zur ausführlichen Antwort und laden zur Reflexion ein. Sie beginnen oft mit „Wie“, „Was“ oder „Warum“.

  • Beispiel: „Wie siehst du die aktuelle Situation?“
  • Vorteil: Sie geben deinem Gegenüber Raum, seine Perspektive zu teilen, ohne dass er sich verteidigen muss.

Klärungsfragen

Diese Fragen helfen dabei, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und sicherzustellen, dass du wirklich verstehst, was der andere meint. Sie können auch dazu eingesetzt werden, sich kurz Luft zu verschaffen, wenn man das Gefühl hat, angegriffen worden zu sein.

  • Beispiel: „Was genau meinst du, wenn du sagst, dass das Projekt zu viel Zeit beansprucht?“
  • Vorteil: Sie verhindern Fehlinterpretationen und fördern ein klares Verständnis
sprechblase mit fragezeichen

Hypothetische Fragen

Hypothetische Fragen eröffnen neue Perspektiven und Möglichkeiten, ohne Druck auszuüben.

  • Beispiel: „Was wäre, wenn wir ein größeres Budget hätten?“
  • Vorteil: Sie ermöglichen kreatives Denken und neue Lösungsansätze.

Reflexionsfragen

Diese Fragen regen zum Nachdenken an und fördern die Selbstreflexion.

  • Beispiel: „Warum ist dir dieses Thema so wichtig?“
  • Vorteil: Sie helfen, die tieferen Beweggründe und Gefühle zu verstehen und führen so oft zu besseren Lösungen.

Lösungsorientierte Fragen:

Fokussiere dich auf die Lösung anstatt auf das Problem.

  • Beispiel: „Welche Schritte können wir unternehmen, um dieses Problem zu lösen?“
  • Vorteil: Sie lenken die Aufmerksamkeit auf mögliche Lösungen und fördern eine positive Einstellung.

Wer fragt, der führt.

(So ziemlich jedes Managementseminar)

Praktische Anwendung von Fragetechniken in Konflikten

Nehmen wir an, du bist Teamleiter und es gibt Spannungen im Team wegen eines wichtigen Projekts. So könnte der Dialog mit hilfreichen Fragetechniken aussehen:

  • Du: „Wie fühlt ihr euch aktuell mit der Projektarbeit?“ (Offene Frage)
  • Kollege A: „Ich habe das Gefühl, dass die Aufgabenverteilung unfair ist.“
  • Du: „Was genau findest du unfair?“ (Klärungsfrage)
  • Kollege A: „Ich bekomme die meisten Aufgaben und habe keine Zeit für meine anderen Projekte.“
  • Du: „Was wäre, wenn wir die Aufgabenverteilung nochmal durchgehen und anpassen?“ (Hypothetische Frage)
  • Kollege A: „Das wäre hilfreich. Vielleicht könnten wir das wöchentliche Meeting nutzen, um das zu besprechen.“
  • Du: „Welche Vorschläge hast du, um die Aufgaben gerechter zu verteilen?“ (Lösungsorientierte Frage)

Mit diesen Fragen leitest du die Diskussion sehr elegant von einer hitzigen Debatte zu einem konstruktiven Gespräch über (jaja, wer fragt, derf führt...). Durch die offensichtliche Unzufriedenheit des Kollegen A hätte die Situation auch sehr leicht eskalieren können.

Es braucht etwas Selbstdisziplin, sich einer aufkommenden Konfliktdynamik nicht selber hinzugeben und kühlen Kopf zu bewahren. Solltest du dazu neigen, dich anstecken zu lassen, dann überlege dir im Vorhinein zwei oder drei Fragen, die du stellen kannst, wenn du merkst, dass dich der "der-nervt-schon-wieder-und-ich-muss-ihm-die-Meinung-sagen"-Impuls überkommt.

Und solltest du dich richtig reintigern wollen und ein Buch dazu suchen: Systemische Fragetechniken für Führungskräfte finde ich ziemlich hilfreich.

  • Welche hilfreichen Fragetechniken hast du bereits in Konflikten eingesetzt?
  • Gibt es Situationen, in denen du Fragen hättest stellen können, aber es nicht getan hast?
  • Wie könntest du in zukünftigen Konfliktsituationen gezielt Fragetechniken anwenden, um diese zu entschärfen?

Fazit

Fragen statt Feststellungen – das ist einer vieler Schlüssel zur erfolgreichen Konfliktbewältigung und -prävention (es gibt aber noch viele andere - welche das sind, habe ich im Beitrag Deeskalierende Kommunikation – der Zaubertrick in der Konfliktbearbeitung zusammengefasst).

Durch hilfreiche Fragetechniken in Konflikten kannst du nicht nur die Atmosphäre verbessern, sondern auch ein besseres Verständnis für die Positionen und Gefühle der anderen Person erlangen. Also: Welche Frage wirst du das nächste Mal stellen?

Konfliktmanagementtrainings

mit Melanie Berger

Besser gelöste Konflikte bedeuten mehr Erfolg.

In zwei Tagen zu erfolgreicheren Projekten und zufriedeneren Mitarbeitern.

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