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Niemand erfindet Konfliktmanagement neu, das kann man wohl mit ziemlicher Sicherheit festhalten. Das ist aber kein Beinbruch, denn die zur Verfügung stehenden Konfliktmanagement Modelle reichen völlig aus (es kann sowieso niemand alle auf einmal anwenden). In diesem Beitrag erfährst du, welches aus meiner Sicht die 7 wichtigsten sind.

1. Das Thomas-Kilmann Modell: 5 bewährte Strategien zur Konfliktlösung

Das Thomas-Kilmann Modell hilft dir zu verstehen, wie verschiedene Konfliktverhaltensweisen in unterschiedlichen Situationen angewendet werden können (den entgegen der landläufigen Meinung ist ein Kompromiss oder ein Konsens nicht immer die beste Lösung). Die Strategien nach Kilmann umfassen:

  • Konkurrenz: Ideal bei schnellen Entscheidungen, wie Notfallsituationen.
  • Zusammenarbeit: Perfekt für langfristige Lösungen, bei denen alle Parteien involviert sind.
  • Kompromiss: Geeignet, wenn Zeit drängt und eine mittelfristige Lösung notwendig ist.
  • Vermeidung: Hilfreich, um emotionale Situationen abkühlen zu lassen.
  • Nachgeben: Sinnvoll, wenn die Beziehung wichtiger als das Thema ist.

In diesem Artikel von mir erfährst du alles, was du über diese Strategien wissen musst und hier findest du das Buch von Ralph Kilmann dazu (in Englisch). Außerdem erläutere ich in diesem Beitrag, warum Kompromisse immer nur die zweitbeste Lösung sind und welche Strategien dir zu besseren Lösungen verhelfen.

2. Das Harvard-Konzept: 4 Prinzipien für erfolgreiche Konfliktgespräche

Das Harvard-Konzept ist die Mutter aller Konfliktlösungsansätze und wird oft bei Verhandlungen eingesetzt. Es basiert auf 4 Prinzipien:

  • Trennung von Person und Problem: Verhindert, dass Konflikte persönlich werden.
  • Konzentration auf Interessen, nicht Positionen: Führt zu kreativeren Lösungen.
  • Entwicklung von Lösungsoptionen: Schafft Spielraum für Win-Win-Lösungen.
  • Anwendung objektiver Kriterien: Ermöglicht faire und nachvollziehbare Entscheidungen.

Das Harvard Konzept wurde. Wie es genau funktioniert, erfährst du in meinem Beitrag hier, und das sind die wichtigsten Werke dazu (zwei Klassiker, sollte man unbedingt gelesen haben):

verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu Zweifeln.

Otto von Bismarck

Ehemaliger Reichskanzler

3. Eskalationsstufen nach Glasl: 9 Schritte zur Deeskalation

Friedrich Glasl's Modell beschreibt neun Eskalationsstufen in Konflikten und gibt dazu klare Handlungsanweisungen - also welche Maßnahme in der jeweiligen Stufe am besten hilft. Das ist hilfreich, wenn du gerade nicht weißt, wo dir der Kopf steht:

  • Stufe 1-3: Moderation und Vermittlung klären Missverständnisse.
  • Stufe 4-6: Externe Mediation löst verhärtete Fronten.
  • Stufe 7-9: Gerichtliche Auseinandersetzungen oder Trennung der Konfliktparteien können notwendig sein.

Damit du im Konfliktfall die Stufen erkennst, lies hier weiter.

4. Das Drama-Dreieck: 3 Rollen, die du kennen musst

Stephen Karpman beschreibt drei dynamische Rollen in Konflikten: Opfer, Verfolger/Täter und Retter. Das Modell ist deshalb hilfreich, weil es zeigt, wie du in den unterschiedlichen Rollen die Konfliktdynamik aufrechterhältst und wie du sie unterbrechen kannst. Lies hier mehr darüber.

5. Gewaltfreie Kommunikation: 4 Schritte zu besserer Kommunikation in Konflikten

Marshall Rosenberg's Methode der gewaltfreien Kommunikation hilft dabei, Konflikte ohne Aggression und Widerstand zu lösen und wird seit Jahrzehnten erfolgreich angewendet. Rosenberg unterscheidet dazu vier Schritte in einer Botschaft:

  • Beobachtung ohne Bewertung: Beschreibe Fakten, ohne zu urteilen.
  • Gefühle ausdrücken: Teile deine Emotionen offen mit.
  • Bedürfnisse benennen: Erkläre, was du brauchst.
  • Bitten formulieren: Beschreibe klare und konkrete Bitten.

Hier findest du meine ausführliche Beschreibung und Anleitung zur gewaltfreien Kommunikation.

Konfliktmanagement Modelle

6. Das Eisbergmodell: So erkennst und löst du Konflikte unter der Oberfläche

Das Eisbergmodell verdeutlicht, dass die meisten Konflikte unter der Oberfläche viel mehr bedeuten, als wir auf den ersten Blick sehen können. Was wir sehen können, sind die Positionen (also ich will x, du willst y). Dahinter stehen aber ganz andere Ursachen wie Interessen, Bedürfnisse und Werte. Wie das genau funktioniert, kannst du in diesem Beitrag lesen.

7. Die 3 besten Modelle im Konfliktmanagement: Ein Vergleich

Und last but not least - eigentlich kein eigenes Modell, aber ein Vergleich: Die drei bekanntesten Modelle im Konfliktmanagement bieten unterschiedliche Ansätze und Lösungen für verschiedene Situationen, die in diesem Beitrag verglichen werden:

  • Thomas-Kilmann Modell: Es identifiziert fünf Verhaltensweisen: Konkurrenz, Zusammenarbeit, Kompromiss, Vermeidung und Nachgeben.
  • Harvard-Konzept: Es betont die Trennung von Person und Problem, Konzentration auf Interessen, Entwicklung von Entscheidungsoptionen und Anwendung objektiver Kriterien.
  • Eskalationsstufen nach Glasl: Beschreibt neun Eskalationsstufen und gibt Handlungsanweisungen für jede Stufe zur Deeskalation.
  • Welches Modell spricht dich am meisten an und warum?
  • Hast du bereits Erfahrungen mit einem dieser Modelle gemacht?
  • Wie könntest du diese Modelle in deinem Alltag integrieren?

Fazit: Das richtige Modell für jede Situation

Mit den richtigen Modellen kannst du Konflikte effektiver angehen (und meistens sogar von ihnen profitieren, yay!). Denn nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie. Egal ob Thomas-Kilmann, Harvard-Konzept, Glasl's Eskalationsstufen, das Drama-Dreieck, Kommunikationsstrategien oder gewaltfreie Kommunikation – sieh' sie dir einfach mal an und finde das Modell, das am besten zu dir und deiner Situation passt.

Probiere doch einfach eines der beschriebenen Modelle bei deinem nächsten Konflikt aus und beobachte, wie sich die Dynamik verändert - ich denke, du wirst erstaunt sein, was selbst kleine Veränderungen für einen riesigen Unterschied machen können.

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