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In der Welt der Unternehmen, insbesondere in Familienunternehmen, sind Konflikte unvermeidlich. Die häufigste Konfliktursache sind dabei Generationenkonflikte bei der Betriebsübergabe. In diesen Situationen ist die Konfliktlösung in Unternehmen ein entscheidender Faktor für den Erfolg und die Kontinuität des Geschäfts. In diesem Artikel wird ein realer Fall beschrieben, in dem ein etabliertes Familienunternehmen mit einem Übergabekonflikt konfrontiert war und wie durch Wirtschaftsmediation die Konfliktlösung im Familienunternehmen erfolgreich durchgeführt werden konnte.

Ausgangslage

Der Inhaber eines etablierten Familienunternehmens kontaktierte mich wegen eines Übergabekonflikts, der mit seinem Sohn entstanden war. Das Unternehmen war über Generationen hinweg gewachsen und hatte seine Position in der Branche stetig ausgebaut. Nun stand der Inhaber vor der Herausforderung, das Unternehmen an seinen Sohn zu übergeben. Doch diese Übergabe war nicht so reibungslos, wie ursprünglich geplant. Es gab unterschiedliche Visionen für die Zukunft des Unternehmens, Uneinigkeit bezüglich der Rolle des Inhabers nach der Übergabe und eine generelle Besorgnis über die Akzeptanz des Sohnes als neuer Leiter durch die Mitarbeiter. Diese Unstimmigkeiten führten zu Spannungen zwischen Vater und Sohn und beeinträchtigten die Performance des Unternehmens. Um die Konfliktlösung im Familienunternehmen voranzutreiben, entschieden sich die Beteiligten, eine Mediation durchzuführen. Übrigens: eine Erläuterung der 8 häufigsten Konfliktursachen in Unternehmen findest du hier.

Auftragsklärung

Nach der Auftragsklärung mit dem Inhaber, in der die Ziele der Mediation und die zu behandelnden Themen geklärt wurden, begann der Mediationsprozess.

Einzelgespräche

Ich führte Einzelgespräche mit dem Inhaber und seinem Sohn durch. In diesen Gesprächen hatten beide die Möglichkeit, ihre Sichtweise auf die Konflikte, ihre Bedenken und ihre Erwartungen an den Mediationsprozess zu äußern. Jedes Einzelgespräch dauerte ca. 60 Minuten.

Mediation

Nach den Einzelgesprächen führte ich eine Mediationssitzung mit Vater und Sohn durch. In dieser Sitzung kamen beide zusammen, um ihre Konflikte offen zu diskutieren und die Konfliktlösung im Familienunternehmen zu besprechen. Ich fungierte als neutraler Vermittler, um sicherzustellen, dass alle Stimmen gehört wurden und dass die Diskussion respektvoll und konstruktiv verlief.

Themensammlung

Während der Mediation sammelten wir eine Liste von Themen, die angesprochen werden mussten. Diese Liste enthielt die Themen:

  • unterschiedliche Visionen für die Zukunft des Unternehmens
  • Rolle des Inhabers nach der Übergabe
  • Akzeptanz des Sohnes als neuer Leiter durch die Mitarbeiter

Während der Bearbeitung der Themen ergaben sich folgende Interessen und Bedürfnisse der beiden Beteiligten:

Inhaber

  • Erhalt des Unternehmens: Der Inhaber möchte, dass das Unternehmen auch nach seiner Pensionierung weiterhin erfolgreich ist. Er hatte sein Leben in den Aufbau des Unternehmens investiert und möchte, dass es gedeiht.
  • Erhalt des Erbes: Der CEO möchte, dass sein Sohn das Unternehmen erfolgreich führt und das Erbe fortsetzt.
  • Er hat außerdem die Sorge, er könnte sein Gesicht verlieren und würde nicht mehr als der starke und fähige Anführer gesehen, wenn er dem Sohn zu viel Kontrolle übergibt.

Sohn/Nachfolger

  • Der Sohn möchte die Akzeptanz und den Respekt der Mitarbeiter gewinnen, da dies seine Führungsfähigkeit stärkt.
  • Er möchte sein eigenes Markenzeichen setzen und nicht nur die Führung seines Vaters fortsetzen. Er hat neue Ideen und Strategien, die er umsetzen möchte.
  • Er benötigt Unterstützung und Sicherheit in diesem Übergangsprozess. Es könnte für ihn wichtig sein, dass der CEO ihn unterstützt und ihm hilft, seine Rolle zu finden.

Die Interessen waren anfangs nicht offensichtlich und konnten durch den Mediationsprozess ans Licht gebracht und behandelt werden. So konnten eine Vielzahl von möglichen Optionen für die Konfliktlösung im Familienunternehmen diskutiert und beschlossen werden.

Fallstudie: Konfliktlösung im Familienunternehmen - Wirtschaftsmediation Melanie Berger

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Lösung

Für jedes Thema auf der Liste erarbeiteten Vater und Sohn gemeinsam Lösungen und weitere Schritte. Die beschlossenen Maßnahmen umfassten:

  • Gemeinsame Strategieentwicklung: Vater und Sohn entwickeln gemeinsam eine Strategie für die Übergangsphase und darüber hinaus
  • Mentorship-Programm: Der Vater übernahm eine Mentorenrolle für den Sohn während des Übergangs, diese wird klar an die Mitarbeitenden kommuniziert
  • Kommunikationsplan: Es soll ein klarer Kommunikationsplan gestaltet werden, um Unsicherheiten und Ängste der Mitarbeiter zu mindern.
  • Transparenten Übergabeprozess definieren

--> Für diese ersten vier Punkte wurde ein gemeinsamer Übergangsworkshop geplant, wo die beiden Beteiligten die nächsten Schritte für die Konfliktlösung im Familienunternehmen gemeinsam erarbeiten.

  • Führungskräfteentwicklung und -coaching für den Sohn
  • Coaching für den Inhaber, um Anpassung an neue Rolle und den Loslöseprozess zu erleichtern

Ergebnis

Das Follow-up Gespräch einige Wochen später ergab, dass die in der Mediation besprochenen Punkte bereits mehrheitlich erfüllt waren und sich beide Beteiligten nun sicherer mit ihrer Rolle und ihrer jeweiligen Zukunft fühlten. Sie waren einstimmig der Meinung, dass die Mediation sehr hilfreich war und sie ohne diese klärende Maßnahme nicht weitergekommen wären - ein gelungenes Beispiel für erfolgreiches Konfliktmanagement in einem Unternehme.

Nachtrag: Ein Jahr später wurde der Übergabeprozess erfolgreich eingeleitet und der Sohn hat seine neue Rolle als Leiter des Unternehmens angenommen. Der Inhaber fühlt sich in seiner neuen Rolle wohl und sieht die Zukunft des Unternehmens positiv. Beide würden laut eigenen Angaben in eine Mediation gehen.

Kosten

Die Leistungen in diesem Fall umfassten:

  • Vorbereitungsarbeiten und vorbereitende Gespräche
  • Mediationssitzung (1 Tag)
  • Übergangsworkshop (1 Tag)
  • Führungskräftetraining (durch anderen Dienstleister abgedeckt)
  • Coaching für den Inhaber und seinen Sohn (durch anderen Dienstleister abgedeckt)
  • Nachbereitung und ein Follow-up Gespräch online mit dem Inhaber und dem Sohn (ca. 60 Min.)

Die Maßnahmen, begonnen bei der Mediation, dauerten zwei Monate bis zum Abschluss des Führungskräftetrainings und Coachings. Insgesamt beliefen sich die Kosten für meine Dienstleistungen auf € 6.000,00.

Weiterführende Links zum Thema Konflikte in Familienunternehmen:

Allgemeiner Hinweis zu veröffentlichten Fallstudien:

Meine Schweigepflicht ist etwas, das ich sehr ernst nehme. Die Fallstudien auf meiner Webseite werden deshalb so abgeändert, dass das Unternehmen nicht mehr erkennbar ist und der Artikel wird erst und ausschließlich nach der schriftlichen Freigabe durch den jeweiligen Klienten veröffentlicht.


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