Autor: Melanie Berger

Aktualisiert am 29. September 2026

Kurz gesagt

Was kostet Wirtschaftsmediation? Wirtschaftsmediation kostet ab 1.500 Euro für einen halben Tag. Ein typischer Konflikt mit zwei Parteien liegt bei 3.000 bis 6.000 Euro, die meisten Konflikte sind in 1 bis 2 Sitzungen gelöst. Bei komplexen Fällen mit mehreren Beteiligten nenne ich den Preis nach dem kostenlosen Konfliktanalyse-Gespräch. Alle Preise zzgl. USt. Vor Gericht kostet ein Wirtschaftsstreit ab 30.000 Euro pro Instanz.

Wirtschaftsmediation ist professionelle Konfliktklärung, und die hat ihren Preis. Aber bevor du gleich abwinkst: Im Vergleich zum Gerichtsweg ist sie im Schnitt drei- bis fünfmal günstiger und löst den Konflikt in Wochen statt Jahren. Hier zeige ich dir, was Wirtschaftsmediation in Österreich konkret kostet, welche Faktoren den Preis beeinflussen und wie du als Geschäftsführer oder Gesellschafter realistisch budgetierst. Die Zahlen stammen aus fast 100 Fällen seit 2020.

Was kostet Wirtschaftsmediation? Die Preisübersicht

Ich rechne meist mit Pauschalen statt Stundensätzen (Ausnahmen bestätigen die Regel). So hast du Planungssicherheit, die Summe steht, bevor wir anfangen. Die meisten Konflikte sind in 1 bis 2 Sitzungen gelöst. Alle Preise zzgl. USt.

Preise für Wirtschaftsmediation nach Format

Welches Format passt, hängt vor allem von der Zahl der Beteiligten und der Eskalationsstufe ab.

FormatAufwandPreisWann passend?
Konfliktanalyse-Gespräch30 Minuten onlinekostenlosklärt, ob dein Fall passt und welcher Aufwand realistisch ist
Auftragsklärungsgesprächnach Stunden290 Euro netto pro StundeZiele, Erwartungen und Vorgehen festlegen, meist online vor der ersten Sitzung, manchmal Teil davon
Halbtags-Mediation3 bis 4 Stunden, 1 Sitzungab 1.500 Euro2 bis 3 Personen, frühe Eskalationsstufe
Konflikt mit zwei Parteien1 bis 3 Sitzungen, 1 bis 12 Wochen3.000 bis 6.000 EuroTeamkonflikt, Konflikt mit Geschäftspartnern, klassischer Wirtschaftsstreit
Komplexer Mehrparteien-Konflikt3 bis 8 Sitzungen, 2 bis 6 Monatenach dem Konfliktanalyse-GesprächGesellschafterstreit, Familienunternehmen, Generationenwechsel mit mehreren Beteiligten
Einzelgespräche während der Mediationnach Stunden290 bis 350 Euro netto pro Stundebei Bedarf zwischen den Sitzungen, je nach Fall

Sitzungszahl und Dauer sind Erfahrungswerte aus meinen bisherigen Fällen.

Die Kosten werden in der Regel zwischen den Konfliktparteien geteilt. Bei einer Mediation um 3.000 Euro zahlt jede Seite also 1.500 Euro zzgl. USt. Bei B2B-Konflikten ist das steuerlich absetzbar. Enthalten sind meine Vorbereitung und ein Fotoprotokoll für die Beteiligten. Oft baue ich in die Tagsätze auch ein kurzes Follow-up online ein, damit wir prüfen können, ob die Vereinbarungen funktionieren oder ob es noch eine Sitzung braucht.

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Welche Faktoren beeinflussen den Preis?

Warum dieselbe Konfliktart einmal 3.000 Euro und einmal deutlich mehr kostet, liegt an fünf Hebeln:

  • Anzahl der Beteiligten. Eine Mediation mit zwei Personen läuft schneller als eine Sitzung mit fünf Gesellschaftern. Jede zusätzliche Person bringt eigene Perspektiven, Bedürfnisse und Allianzen in den Raum, und das verlängert die Klärung.
  • Eskalationsstufe nach Glasl. Auf den Stufen 1 bis 3 (Verhärtung, Debatte, Taten statt Worte) reicht oft eine einzige Halbtags-Sitzung. Ab Stufe 4 (Koalitionen, Gesichtsverlust) braucht es mehrere Sitzungen und Vorgespräche. Wer früh kommt, zahlt weniger. Die Stufen im Detail erklärt der Beitrag zur Konflikteskalation nach Glasl.
  • Komplexität der Konfliktstruktur. Familienunternehmen verbinden Familie, Eigentum und Geschäftsführung, also drei verflochtene Konfliktebenen. Solche Fälle brauchen mehr Sitzungen und gezielte Einzelgespräche zwischen den gemeinsamen Terminen.
  • Vor Ort oder online. Online ist günstiger, weil Reisekosten und Aufwand für den Raum wegfallen. Bei tief sitzenden Konflikten oder in Familienunternehmen empfehle ich trotzdem, sich vor Ort zu treffen. Körperliche Anwesenheit macht oft den Unterschied.
  • Begleitende Maßnahmen. Manche Mediationen schließen mit einer Folge-Reflexion 4 bis 6 Wochen später ab, um die Vereinbarung zu sichern. Dieser Termin kostet extra, ist aber oft die beste Investition, weil er verhindert, dass alte Muster zurückkommen.

Wo dein Fall liegt, klären wir im kostenlosen Konfliktanalyse-Gespräch.

Was kostet eine Mediation konkret? Drei Beispielrechnungen

Alle Fälle sind anonymisiert, alle Beträge netto. Wie der Ablauf bei mir aussieht, steht auf der Seite Mediation in Wien.

Fallbeispiel (Anonymisiert)

Zwei Abteilungsleiter, ein Zuständigkeitsstreit

Seit Monaten geht jede Entscheidung, die beide Bereiche betrifft, eine Runde zu viel. Nichts eskaliert offen, es dauert nur alles doppelt so lang. Beide sind vernünftig, beide wollen es geklärt haben, keiner ist gekränkt.

Kosten: eine Halbtags-Mediation mit 4 Stunden, gesamt 1.500 Euro.

Fallbeispiel (Anonymisiert)

Zwei Geschäftsführer einer Tech-GmbH, Streit über die Strategie

Acht Monate lang werden Investitionen blockiert, weil keiner dem anderen die Entscheidung überlassen will. Das Team spürt die Lähmung, ein Mitarbeiter hat bereits gekündigt. In der Sitzung stellt sich heraus, dass es seit einer übergangenen Entscheidung im Vorjahr nie wieder um die Sache ging.

Kosten: 3 Mediationssitzungen zu je einem halben Tag (4.500 Euro) und ein Follow-up nach 6 Wochen (500 Euro), gesamt 5.000 Euro.

Die Alternative wäre ein Schiedsverfahren oder das Gericht gewesen: ab 30.000 Euro pro Instanz, 2 bis 7 Jahre Verfahrensdauer und eine Geschäftsbeziehung, die danach faktisch beendet ist. Wer gar nichts tut, zahlt übrigens auch. Wie sehr ungelöste Konflikte dem Unternehmen schaden, wird meist unterschätzt.

Fallbeispiel (Anonymisiert)

Familienunternehmen im Generationenwechsel, vier Beteiligte

Der Senior will übergeben und trifft weiter alle Entscheidungen. Die Tochter führt operativ, ohne die Befugnisse dazu. Der Bruder ist Gesellschafter ohne Funktion und fühlt sich übergangen. Die Mutter vermittelt seit Jahren und ist erschöpft. Drei Ebenen gleichzeitig: Familie, Eigentum, Geschäftsführung.

Kosten: 5 Mediationssitzungen zu je einem halben Tag (7.500 Euro) und 5 Stunden Einzelgespräche zwischen den Sitzungen (1.500 Euro), gesamt 9.000 Euro. Dauer rund 5 Monate.

Wie ein solcher Fall im Detail abläuft, zeigt die Fallstudie zur Konfliktlösung im Familienunternehmen. Wie ein ganzer Tag Teammediation für 2.800 Euro aussieht, beschreibt die Fallstudie aus einem IT-Entwicklerteam.

Mediation oder Gericht: der ehrliche Vergleich

Bevor du dich für einen Weg entscheidest, hier beide im direkten Vergleich:

  • Kosten: Mediation ab 1.500 Euro, Gericht ab 30.000 Euro pro Instanz.
  • Dauer: Mediation 1 Woche bis 6 Monate, Gericht 2 bis 7 Jahre.
  • Vertraulichkeit: Mediation vollständig, die Mediatorin ist nach § 18 ZivMediatG zur Verschwiegenheit verpflichtet. Das Gerichtsverfahren ist öffentlich.
  • Geschäftsbeziehung: bleibt in der Mediation meist erhalten, oft wird sie sogar stärker. Nach einem Gerichtsverfahren ist sie fast immer beendet.
  • Lösung: In der Mediation tragen beide Seiten die Lösung, vor Gericht entscheidet ein Urteil.

Das deckt sich mit einer Studie im Auftrag des Europäischen Parlaments, die im Zuge der Überprüfung der EU-Mediationsrichtlinie Kosten und Dauer in den Mitgliedstaaten verglichen hat: Ein Gerichtsverfahren kostete im EU-Schnitt rund 10.450 Euro, eine Mediation rund 2.500 Euro, also etwa ein Viertel. Finanziell rechnet sich Mediation laut der Studie schon, wenn nur jede vierte gelingt (De Palo, Feasley und Orecchini 2011). Eine zweite Studie für das Parlament zur Umsetzung der EU-Mediationsrichtlinie zeigte, dass Mediation trotzdem in weniger als einem Prozent der Gerichtsfälle genutzt wird, obwohl Erfolgs- und Zufriedenheitsraten hoch sind (De Palo u. a. 2014).

Wirtschaftsmediation ist die richtige Wahl, wenn ihr weiter zusammenarbeiten müsst oder wollt und beide Seiten kooperationsbereit sind. Wer jemanden rechtlich vernichten will oder den Bruch ohnehin beschlossen hat, braucht den Anwalt. Die Kriterien für diese Entscheidung findest du im Beitrag Anwalt oder Mediator. Ob Mediation für deinen Fall passt, klären wir im kostenlosen Konfliktanalyse-Gespräch. Wie du vorab eine passende Mediatorin findest, erklärt der Leitfaden Wirtschaftsmediator finden.

So kippt es

„Wir warten noch, vielleicht renkt sich das von selbst ein.“ Ein halbes Jahr später reden die beiden nur noch über Anwälte, und aus einem halben Tag Mediation werden mehrere Sitzungen oder ein Prozess.

So trägt es

„Das zieht sich jetzt seit Wochen. Lass uns das mit jemandem von außen klären, solange wir noch miteinander reden.“ Ein halber Tag reicht dann oft.

Was ist im Preis nicht enthalten?

Damit es keine Überraschungen gibt, kommen drei Kostenpunkte separat:

  • Anwaltliche Beratung. Wenn du parallel einen Anwalt einbinden willst, etwa zur rechtlichen Prüfung der Mediationsvereinbarung, ist das nicht im Mediationspreis enthalten.
  • Notarielle Beurkundung. Soll die Vereinbarung notariell beurkundet oder als vollstreckbarer Vergleich festgehalten werden, fallen Notar- oder Gerichtskosten nach Tarif an.
  • Reisekosten bei Mediationen vor Ort außerhalb Wiens. Pauschal nach Kilometern, transparent vorab kalkuliert.

Alles Weitere zu Ablauf und Honorar findest du auf der Seite Mediation in Wien.

Wie kannst du Mediationskosten senken?

Zwei Hebel drücken den Aufwand spürbar:

  • Früh kommen. Auf Stufe 2 bis 3 nach Glasl reicht oft eine einzige Halbtags-Sitzung, auf Stufe 5 bis 6 braucht es mehr. Wer beim ersten Stirnrunzeln zum Telefon greift, zahlt weniger.
  • Vorbereitung ernst nehmen. Im Vorgespräch klären wir, was du brauchst und was die andere Seite vermutlich braucht. Wer mit klaren Interessen statt mit Positionen kommt, macht jede Sitzung kürzer. Bist du Führungskraft in einem Team, in dem mediiert wird, halte dich möglichst genau an die Briefings aus dem Vorgespräch.

Und noch günstiger ist, es gar nicht so weit kommen zu lassen: Im kostenlosen Konflikt-Workshop ordnest du deinen Konflikt in 25 Minuten selbst ein. Wie unterschiedlich die Beteiligten dabei ticken, zeigen die 7 Konflikttypen.

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Wenn ihr schon wisst, dass ihr eine Mediation wollt: Ablauf, Honorar und Termine stehen auf der Seite Mediation in Wien.

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Bevor du eine Mediation buchst, klären wir im 30-minütigen kostenlosen Konfliktanalyse-Gespräch drei Dinge: Ist dein Fall für eine Mediation geeignet, welches Format passt, und was ist der realistische Kosten- und Zeitrahmen für genau deinen Konflikt. Den vollständigen Überblick über das Verfahren gibt der Beitrag Wirtschaftsmediation: Was sie ist und was ein Mediator tut.

Fazit: Mediation kostet einen Bruchteil des Gerichtswegs

Eine Halbtags-Mediation beginnt bei 1.500 Euro, ein typischer Konflikt mit zwei Parteien liegt bei 3.000 bis 6.000 Euro, komplexe Fälle kalkulieren wir nach dem Konfliktanalyse-Gespräch. Der Gerichtsweg beginnt bei 30.000 Euro pro Instanz und dauert Jahre. Der größte Kostenhebel liegt bei dir: Je früher ihr kommt, desto kürzer und günstiger wird es.

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Quellen

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Häufige Fragen

Was kostet Wirtschaftsmediation in Österreich?

Wirtschaftsmediation kostet in Österreich ab 1.500 Euro für einen halben Tag zzgl. USt. Ein typischer Konflikt mit zwei Parteien liegt bei 3.000 bis 6.000 Euro, die meisten Konflikte sind in 1 bis 2 Sitzungen gelöst. Bei komplexen Konflikten mit mehreren Beteiligten nenne ich den Preis nach dem kostenlosen Konfliktanalyse-Gespräch (30 Minuten online). Vor Gericht kostet ein Wirtschaftsstreit ab 30.000 Euro pro Instanz.

Welche Faktoren beeinflussen den Preis einer Wirtschaftsmediation?

Fünf Hebel: die Zahl der Beteiligten, die Eskalationsstufe nach Glasl (auf Stufe 1 bis 3 reicht oft eine Sitzung, ab Stufe 4 braucht es mehrere), die Komplexität der Konfliktstruktur wie in Familienunternehmen, das Format vor Ort oder online (online ist günstiger) und begleitende Maßnahmen wie eine Folge-Reflexion.

Was kostet Wirtschaftsmediation im Vergleich zum Gerichtsverfahren?

Mediation kostet ab 1.500 Euro, dauert 1 Woche bis 6 Monate, ist nach § 18 ZivMediatG vertraulich und erhält meist die Geschäftsbeziehung. Ein Gerichtsverfahren kostet ab 30.000 Euro pro Instanz, dauert 2 bis 7 Jahre, ist öffentlich und beendet die Geschäftsbeziehung fast immer.

Wie teilen sich die Kosten der Wirtschaftsmediation?

Die Kosten werden in der Regel zwischen den Konfliktparteien geteilt. Bei einer Mediation um 3.000 Euro zahlt jede Seite also 1.500 Euro zzgl. USt. Bei B2B-Konflikten ist der Aufwand steuerlich absetzbar. Im Preis enthalten sind Vorbereitung, Sitzungen und ein Fotoprotokoll.

Was ist im Mediationspreis nicht enthalten?

Drei Kostenpunkte kommen separat: anwaltliche Beratung, etwa zur rechtlichen Prüfung der Mediationsvereinbarung, Notar- oder Gerichtskosten nach Tarif, wenn die Vereinbarung beurkundet oder als vollstreckbarer Vergleich festgehalten wird, und Reisekosten bei Mediationen vor Ort außerhalb Wiens.

Wie kann ich Mediationskosten senken?

Zwei Hebel: früh kommen, denn auf Stufe 2 bis 3 nach Glasl reicht oft eine einzige Halbtags-Sitzung, und die Vorbereitung ernst nehmen. Wer mit klaren Interessen statt mit Positionen kommt, macht jede Sitzung kürzer.

Was kostet ein Gesellschafterkonflikt in der Mediation konkret?

Beispielrechnung (anonymisiert): Tech-GmbH, zwei Geschäftsführer im Strategiekonflikt, 3 Mediationssitzungen zu je einem halben Tag und ein Follow-up nach 6 Wochen, gesamt 5.000 Euro zzgl. USt. Vor Gericht hätte der Streit ab 30.000 Euro pro Instanz gekostet und 2 bis 7 Jahre gedauert.

Autor

Melanie Berger

Ich bin Melanie Berger, eingetragene Wirtschaftsmediatorin in Wien und Autorin von „Bulldozer und Erklärbär“.


Seit 2020 löse ich Konflikte in Unternehmen im DACH-Raum: fast 100 gelöste Fälle, in über 95 % davon eine Lösung, über 500 Führungskräfte trainiert und gecoacht. Davor über 30 Jahre in Vertrieb, Controlling, kaufmännischer Leitung und IT-Projekten. In meiner Freizeit gibt es Tanzen, Training und Garten (der Garten verliert meistens).

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