Kurz gesagt
Wie führst du ein Konfliktgespräch? Ein Konfliktgespräch führst du am besten in fünf Phasen: Einstieg mit Anlass, Ziel und Regeln, beide Sichtweisen, die Interessen dahinter, Lösungen sammeln und bewerten, schriftliche Vereinbarung mit Folgetermin. Es wirkt, weil jede Seite gehört wird, bevor jemand eine Lösung vorschlägt. Bist du selbst Partei oder ist der Konflikt schon verhärtet, braucht es eine neutrale dritte Person.
Montag, neun Uhr, kleiner Besprechungsraum. Zwei Teamleiter, die seit Wochen nur noch per E-Mail miteinander reden, sitzen dir gegenüber. Du hast dir vorgenommen, das heute zu klären. Nach zehn Minuten redet der eine über das Projekt vom letzten Frühjahr, der andere schaut aufs Handy, und du merkst, dass du als Führungskraft irgendwie in die Rolle des Schiedsrichters geraten bist. Wohl ist dir dabei nicht.
Was solchen Gesprächen meistens fehlt: eine Struktur, ein passender Rahmen und jemand, der moderiert, ohne selbst mittendrin zu stecken. Dabei sehe ich in meiner Praxis immer wieder, dass solche Gespräche zwar mutig geführt werden, aber die Struktur fehlt und so typische Schwierigkeiten entstehen.
Was ist ein Konfliktgespräch?
Ein Konfliktgespräch ist ein vorbereitetes Gespräch, in dem zwei oder mehr Beteiligte eine konkrete Störung in ihrer Zusammenarbeit klären und eine Vereinbarung treffen. Es hat einen Anlass, ein Ziel und einen festen Ablauf. Das unterscheidet es vom Streit auf dem Gang und vom Nebenbei-Satz „Wir müssen das mal anreden“. Gerade in schwierigen Gesprächen ist Struktur wichtig: Sie gibt allen Beteiligten (zumindest in Teilen) Sicherheit, die sie in einer so unsicheren Situation brauchen.
Drei Gespräche werden oft damit verwechselt:
- Kritikgespräch: Du sprichst als Führungskraft ein Verhalten an, das sich ändern soll. Die Rollen sind klar, am Ende entscheidest du. Wie Kritik ankommt, ohne dass es brennt, zeigt die WWW-Methode.
- Mitarbeitergespräch: regelmäßig, geplant, mit Zielen und Entwicklung. Ein Konflikt kann darin auftauchen, er ist aber selten der Anlass.
- Mediation: Eine neutrale, ausgebildete dritte Person begleitet die Beteiligten. Sie entscheidet nichts und ist zur Verschwiegenheit verpflichtet, in Österreich nach § 18 ZivMediatG. Mehr dazu in Alles über Wirtschaftsmediation.
Im Konfliktgespräch reden die Beteiligten auf Augenhöhe, auch wenn eine Führungskraft im Raum sitzt. Wer moderiert, sorgt für den Ablauf und hält sich am besten mit eigenen Urteilen zurück.
Wann brauchst du ein Konfliktgespräch und wann ist es zu spät?
Ein Konfliktgespräch brauchst du, sobald eine Spannung die Zusammenarbeit spürbar stört und sich nicht mehr von selbst legt: Absprachen platzen, Informationen fließen nicht mehr, im Meeting wird gestichelt. Je früher ihr redet, desto leichter geht es.
Zur Einordnung hilft das Modell der neun Eskalationsstufen nach Friedrich Glasl:
- Stufe 1 bis 3 (Win-win): Die Fronten verhärten sich, es wird debattiert, jemand schafft Tatsachen. Hier trägt ein gut geführtes Konfliktgespräch fast immer.
- Stufe 4 bis 6 (Win-lose): Es bilden sich Lager, jemand verliert das Gesicht, es wird gedroht. Ein internes Gespräch kann jetzt schon schaden, weil jedes Wort als Taktik gelesen wird.
- Stufe 7 bis 9 (Lose-lose): Es geht nur noch darum, dem anderen zu schaden, notfalls auf eigene Kosten. Ohne Hilfe von außen kommt hier niemand mehr heraus.
Woran du die Stufe im Alltag erkennst, zeigen die sieben Signale, wann Führungskräfte eingreifen müssen. Ob euer Konflikt noch im grünen Bereich ist, prüfst du im kostenlosen Konflikt-Workshop: Dort findest du in 25 Minuten selbst heraus, wo dein Konflikt steht.
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Wie bereitest du ein Konfliktgespräch vor?
Ein Konfliktgespräch bereitest du in zwei Richtungen vor. Nach innen klärst du, was du selbst willst, was dich an der Sache aufregt und welchen Anteil du am Konflikt hast. Nach außen legst du das Setting fest: wer dabei ist, wo und wann ihr redet, wie du einlädst und welche Regeln gelten.
Beides wird gern übersprungen, weil es nach Zeitverlust aussieht. Dabei entscheidet sich genau hier, ob das Gespräch trägt. Wer ohne Thema zum „klärenden Gespräch“ bittet, löst beim Gegenüber Alarm aus. In einem Arbeitsrechtsforum schildert jemand genau das: Eine Pflegefachkraft wird zum Gespräch bestellt, erfährt nur, dass es um eine Beschwerde geht, und weiß nicht, worauf sie sich vorbereiten soll. Transparenz ist also einer der Faktoren, die enorm wichtig sind. Oder würdest du dich in die Höhle des Löwen begeben wollen, ohne zu wissen, wie dieser Löwe ungefähr aussieht? Eben.
Wie du Ort, Zeit, Teilnehmer und Einladung festlegst, steht ausführlich in Konfliktgespräch vorbereiten: das richtige Setting.
Ein Tipp aus meinen Trainings: Formulier deinen ersten Satz vorher wörtlich. Der Einstieg entscheidet, ob dein Gegenüber zuhört oder in Deckung geht.
Wie läuft ein Konfliktgespräch ab?
Ein Konfliktgespräch läuft in fünf Phasen ab: Einstieg, Sichtweisen, Interessen, Lösungen, Vereinbarung. Die Reihenfolge ist der eigentliche Trick. Wer zu früh nach Lösungen sucht, löst meistens das falsche (oberflächliche) Problem.

1. Einstieg: Anlass, Ziel und Regeln
Du nennst den Anlass in einem Satz, ohne Bewertung, und sagst, was am Ende stehen soll. Dann vereinbart ihr - wenn notwendig - ein paar Gesprächsregeln: ausreden lassen, niemanden abwerten, was im Raum besprochen wird, bleibt im Raum. Regeln, die alle mitbeschließen, halten besser als Regeln, die du verkündest.
Ich persönlich lege kaum je Gesprächsregeln fest in Mediationen, weil ich das übergriffig und bevormundend finde - ich bevorzuge es, die Teilnehmenden in die Eigenverantwortung zu bringen und bei Störungen direkt daran zu arbeiten (das ist aber Geschmackssache und erfordert etwas Übung und Unerschrockenheit).
2. Sichtweisen: Jeder erzählt, du fasst zusammen
Jede Seite schildert, wie sie die Situation erlebt. Die andere hört zu, ohne zu unterbrechen. Danach fasst du in eigenen Worten zusammen und fragst nach, ob es so stimmt. Dieses aktive Zuhören bremst das Tempo, und genau das braucht diese Phase.
3. Interessen: Worum geht es wirklich?
Hinter jeder Position steckt ein Interesse und oft ein verletztes Bedürfnis: nach Anerkennung, nach Sicherheit, nach Kontrolle. Das Eisbergmodell zeigt, warum der Streit über die Urlaubsplanung oft ein Streit über Wertschätzung ist. Offene Fragen wie „Was ist dir daran wichtig?“ holen das an die Oberfläche. Weitere Fragen findest du bei den Fragetechniken in Konflikten.
4. Lösungen: erst sammeln, dann bewerten
Ihr sammelt Ideen, ohne sie sofort zu zerreden. Erst danach prüft ihr: Was ist machbar, was ist für beide fair, was kostet wen wie viel? Im Harvard-Konzept heißt das „Optionen entwickeln“ und „neutrale Beurteilungskriterien anwenden“.
5. Vereinbarung: wer macht was bis wann
Am Ende steht eine konkrete Vereinbarung: wer macht was bis wann, und wann ihr euch wieder zusammensetzt. Schick sie am selben Tag schriftlich an alle, zwei, drei Sätze reichen. Was nicht aufgeschrieben ist, erinnert in drei Wochen jeder anders. Bewährt hat sich hier ein Flipchartprotokoll, das abfotografiert wird (das spart auch Tipparbeit oder das Füttern einer KI mit heiklen Inhalten).
Die 5 Phasen im Überblick
Jede Phase hat ein eigenes Ziel, und die meisten Gespräche kippen dort, wo eine Phase übersprungen wird.
| Phase | Ziel | Satz, der trägt | Satz, der kippt |
|---|---|---|---|
| Einstieg | Anlass, Ziel und Regeln klären | „Ich möchte heute mit euch klären, wie die Übergabe zwischen euren Teams künftig läuft.“ | „Wir müssen mal über euer Verhalten reden.“ |
| Sichtweisen | beide Seiten hören | „Wie hast du die letzten Wochen erlebt?“ | „Das sehe ich anders.“ |
| Interessen | den Kern freilegen | „Was ist dir daran besonders wichtig?“ | „Warum machst du das immer so?“ |
| Lösungen | Optionen sammeln und bewerten | „Was wäre ein erster Schritt, mit dem ihr beide leben könnt?“ | „Ich schlage vor, wir machen das ab jetzt so.“ |
| Vereinbarung | Verbindlichkeit schaffen | „Wer macht was bis wann, und wann schauen wir wieder drauf?“ | „Gut, dann passt das jetzt wieder, oder?“ |
Was tust du, wenn es dich im Gespräch selbst packt?
Wenn es dich im Gespräch selbst packt, unterbrichst du zuerst die automatische Reaktion: innehalten, ausatmen, die eigene Emotion für dich benennen und erst dann entscheiden, was du sagst. Klappt das nicht, legst du eine Pause ein. Ein Gespräch zu unterbrechen ist eine Führungsentscheidung.
Woran du merkst, dass es losgeht: Der Puls steigt, der Blick wird eng, und der nächste Satz liegt schon auf der Zunge, bevor der andere ausgeredet hat. In meinen Trainings arbeiten wir dafür mit der STOPP-Technik:
- S wie Stoppen: innehalten, nichts sagen.
- T wie tief atmen: langsam ausatmen, länger als einatmen.
- O wie Beobachten: Was fühle ich, was denke ich gerade, was macht mein Körper?
- P wie Planen: Was will ich mit meinem nächsten Satz erreichen?
- P wie praktisch handeln: den hilfreichen Satz sagen, eine Frage stellen oder eine Pause ansagen.
Hilfreich ist auch, die Emotion zu benennen, für dich oder laut: „Ich merke, dass mich das gerade ärgert. Ich brauche fünf Minuten.“ Benannte Gefühle verlieren an Wucht, das zeigt die Forschung zur sogenannten Affektbenennung (Lieberman u. a. 2007). Und es wirkt souverän: Wer sagt, was in ihm vorgeht, zeigt, dass er sich im Griff hat.
Mehr Werkzeuge für den Moment findest du in Stressmanagement in Konflikten, bei der Selbst-Deeskalation und in der Akut-Hilfe bei schwierigen Kollegen. Und warum dich manche Sätze mehr treffen als andere, erklärt emotionale Intelligenz in der Führung.
Wie sprichst du die 7 Konflikttypen im Gespräch an?
Jeder Mensch reagiert im Konflikt nach einem eigenen Muster. In meinem Buch „Bulldozer und Erklärbär“ beschreibe ich sieben Konflikttypen. Für das Konfliktgespräch heißt das:
- Der Bulldozer: will gewinnen. Gib ihm eine klare Struktur, feste Redezeiten und konkrete Fakten, und lass dich auf keine Machtspiele ein.
- Die Hakenschlägerin: weicht aus. Gib ihr Sicherheit, nenn das Thema vorab und arbeite mit Fragen statt mit Konfrontation.
- Der Strippenzieher: steuert lieber im Hintergrund. Besprich alles im Raum und halte die Vereinbarung schriftlich fest.
- Der Wattebäuschchenwerfer: sagt Ja und meint Vielleicht. Frag nach, bis die Kritik konkret auf dem Tisch liegt.
- Die Denkmalpflegerin: verteidigt das Bewährte. Würdige, was funktioniert hat, und biete Veränderung in kleinen Schritten an.
- Die Sprengmeisterin: explodiert und kühlt wieder ab. Benenne die Wut, biete eine Pause an und rede danach weiter.
- Der Erklärbär: will verstanden werden. Fass zusammen, was er gesagt hat, und begrenze dann die Redezeit.
Welcher Typ du selbst unter Druck bist, zeigt dir der Konflikttypentest. Das hilft mehr, als man denkt: Zwei Bulldozer im selben Raum brauchen ein anderes Gespräch als ein Bulldozer und eine Hakenschlägerin.
Behandle die Menschen und das Problem getrennt.
Roger Fisher und William Ury
Harvard Negotiation Project, „Das Harvard-Konzept“
Welche Fehler lassen ein Konfliktgespräch scheitern?
Die fünf häufigsten Fehler im Konfliktgespräch sind: ohne Thema einladen, urteilen statt fragen, die Lösung vorgeben, ohne Vereinbarung auseinandergehen und das Gespräch moderieren, obwohl du selbst Partei bist.
- Ohne Thema einladen: Das Gegenüber kommt verunsichert und schon in Abwehrhaltung.
- Urteilen statt fragen: „Du bist immer …“ beendet ein Gespräch, bevor es angefangen hat. Beschreib ein konkretes Verhalten.
- Die Lösung vorgeben: Was du beschließt, gehört dir. Was die Beteiligten selbst finden, tragen sie auch.
- Ohne Vereinbarung auseinandergehen: Das gute Gefühl am Ende ist schön, es hält aber selten länger als eine Woche.
- Moderieren, obwohl du Partei bist: Dann bekommst du Taktik statt Offenheit, und jeder sagt, was ihn gut aussehen lässt.
Ein Muster zieht sich durch viele Schilderungen von Führungskräften: Im Vier-Augen-Gespräch heißt es „alles gut“, und hinterher hört man es rundherum ganz anders. Eine Teamleiterin beschreibt in einem Podcast genau das: Die Mitarbeiterin bestritt im Gespräch jedes Problem, der Konflikt lief über den Flurfunk weiter. Wer dann einfach noch mehr Einzelgespräche führt, wird schnell zum Überbringer von Vorwürfen. Weitere typische Fehler aus Führungssicht findest du in Konfliktmanagement für Führungskräfte: 5 typische Fehler.
Wann solltest du das Konfliktgespräch nicht selbst führen?
Das Konfliktgespräch solltest du abgeben, wenn du selbst Partei bist, wenn zwischen den Beteiligten ein großes Machtgefälle besteht, wenn der Konflikt ab Stufe 4 nach Glasl steht oder wenn ein erster Versuch schon gescheitert ist. Dann braucht es eine neutrale dritte Person.
Partei bist du schneller, als du denkst: durch eine frühere Entscheidung, eine Anweisung oder weil eine Seite dich inzwischen dem anderen Lager zurechnet. Neutral sein kann dann eine Führungskraft aus einem anderen Bereich, jemand aus HR oder eine externe Mediatorin. Wann welche Rolle passt, zeigt der Beitrag Konfliktmanagement im Unternehmen.
Frage an dich
- Wem würden alle Beteiligten in deinem Konflikt zutrauen, neutral zu sein?
- Hat es schon ein Gespräch gegeben, nach dem es schlimmer war als vorher?
- Was passiert, wenn alles noch drei Monate so weiterläuft?
Ob dein Konflikt schon an diesem Punkt steht, findest du im kostenlosen Konflikt-Workshop heraus. Wenn du eine Einschätzung von außen willst, buch dir ein Konfliktanalyse-Gespräch: 30 Minuten, kostenlos, online.
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Fazit: Struktur schlägt Schlagfertigkeit
Ein gutes Konfliktgespräch braucht vier Dinge: einen klaren Anlass, einen passenden Rahmen, die fünf Phasen in der richtigen Reihenfolge und eine schriftliche Vereinbarung. Dazu jemanden, der moderiert, ohne selbst Partei zu sein. Fehlt eines davon, wird aus dem klärenden Gespräch leicht die nächste Runde im Streit.
Ein Konfliktgespräch ist gelungen, wenn beide hinausgehen und wissen, was sie bis wann tun und das Gefühl haben, das Gespräch ist fair gelaufen und sie wurden ernst genommen und gehört.
Weiterführende Beiträge zu Konfliktgesprächen
- Konfliktgespräch vorbereiten: das richtige Setting
- Fragetechniken in Konflikten: 7 Fragen, die wirklich helfen
- Aktives Zuhören
- Deeskalierende Kommunikation: 7 Techniken
- WWW-Methode: Feedback geben mit Beispielen
- 7 Verhandlungstechniken für Konfliktgespräche im Büro
- Stressmanagement in Konflikten
- Konflikte im Team lösen: der Leitfaden für Führungskräfte
Buchtipps
- Melanie Berger - „Bulldozer und Erklärbär“* - die sieben Konflikttypen und wie du mit jedem von ihnen redest
- Douglas Stone, Bruce Patton, Sheila Heen - „Offen gesagt!“* - der Klassiker des Harvard Negotiation Project für schwierige Gespräche
- Roger Fisher, William Ury, Bruce Patton - „Das Harvard-Konzept“* - Interessen statt Positionen, mit vielen Beispielen
Quellen
- Glasl, F. (2017): Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater.* 11. Aufl. Bern: Haupt.
- Lieberman, M. D., Eisenberger, N. I., Crockett, M. J., Tom, S. M., Pfeifer, J. H., Way, B. M. (2007): Putting Feelings Into Words: Affect Labeling Disrupts Amygdala Activity in Response to Affective Stimuli. Psychological Science 18 (5), 421 bis 428.
- § 18 ZivMediatG (RIS)
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Häufige Fragen
Wie beginne ich ein Konfliktgespräch?
Beginne mit dem Anlass in einem Satz, ohne Bewertung, und sag, was am Ende stehen soll. Zum Beispiel: „Ich möchte heute mit euch klären, wie die Übergabe zwischen euren Teams künftig läuft.“ Danach vereinbart ihr gemeinsam ein paar Gesprächsregeln, etwa ausreden lassen und niemanden abwerten. Formulier den ersten Satz vorher wörtlich, denn er entscheidet, ob dein Gegenüber zuhört oder in Deckung geht.
Wie lange dauert ein Konfliktgespräch?
Ein Konfliktgespräch zwischen zwei Personen dauert meist eine bis eineinhalb Stunden. Plan lieber etwas Puffer ein, damit niemand mitten in Phase drei auf die Uhr schaut. Reicht die Zeit nicht, vertagt ihr bewusst und vereinbart gleich einen neuen Termin. Bei mehreren Beteiligten oder einem verhärteten Konflikt braucht es oft mehrere Termine und eine neutrale Moderation.
Was tun, wenn das Gegenüber im Konfliktgespräch blockiert?
Wenn dein Gegenüber blockiert, frag nach dem Grund statt Druck zu machen: „Was müsste passieren, damit du hier offen reden kannst?“ Oft steckt Angst dahinter, das Gesicht zu verlieren. Hilft das nicht, unterbrich das Gespräch und kläre den Rahmen neu, eventuell mit einer neutralen Person. Wie du mit Blockaden je nach Konflikttyp umgehst, zeigt der Überblick über die 7 Konflikttypen.
Sollte man ein Konfliktgespräch protokollieren?
Ein ausführliches Protokoll braucht es selten, die Vereinbarung gehört aber immer schriftlich festgehalten: wer macht was bis wann, und wann ihr euch wieder trefft. Schick sie am selben Tag an alle Beteiligten. Zwei, drei Sätze reichen. Ein Wortprotokoll schadet eher, weil dann jeder auf seine Formulierungen achtet und keiner mehr offen redet.
Wer sollte ein Konfliktgespräch moderieren?
Moderieren sollte jemand, dem alle Beteiligten zutrauen, neutral zu sein. Das kann die direkte Führungskraft sein, solange sie selbst nicht Partei ist. Ist sie Partei oder steht der Konflikt schon ab Stufe 4 nach Glasl, passt eine Führungskraft aus einem anderen Bereich, jemand aus HR oder eine externe Mediatorin. Ob du selbst schon zu tief drinsteckst, prüfst du im kostenlosen Konflikt-Workshop.
Was ist der Unterschied zwischen Konfliktgespräch und Mediation?
Ein Konfliktgespräch führen die Beteiligten selbst, oft moderiert von einer Führungskraft. In der Mediation begleitet eine ausgebildete, neutrale dritte Person, die nichts entscheidet und zur Verschwiegenheit verpflichtet ist, in Österreich nach § 18 ZivMediatG. Mediation lohnt sich, wenn interne Gespräche nichts mehr bewegen oder die Moderation selbst Partei ist. Mehr dazu in Alles über Wirtschaftsmediation.
