Und plötzlich hast Du einen Konflikt. Eigentlich weißt Du gar nicht, wie das passiert ist (ups). Du zermarterst Dir das Hirn, wie es so weit kommen konnte und was Du anders hättest machen können. Erfahre, was die 8 häufigsten Konfliktursachen in Unternehmen sind.
Die gute Nachricht: Du bist einem Streit im Unternehmen nicht machtlos ausgeliefert. Wenn Du weißt, wo Konflikte in Unternehmen beginnen, kannst Du einiges tun, damit es das nächste Mal nicht so weit kommt.
Konfliktursachen sind vielfältig
Konfliktursachen in Unternehmen gibt es viele. Es gibt fast nichts, worüber wir nicht streiten könnten. Überall, wo Menschen und Unternehmen aufeinandertreffen, gibt es vielfältiges Konfliktpotential. Je komplexer die Umwelt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es kracht.
Konflikte sind grundsätzlich nichts Schlimmes, wenn wir sie nicht dazu werden lassen. Wenn ein Konflikt entsteht, gibt es immer noch vielfältige Handlungsoptionen. Ein Konflikt ist selten das Ende der Welt.
Noch besser ist jedoch, manche dieser Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen. Das Lösen von Konflikten ist zwar wichtig, kann aber viel Zeit kosten und Leid verursachen.
Die 8 häufigsten Konfliktursachen in Unternehmen im Überblick
Unter diesen vielen Konfliktursachen gibt es einige, die immer wieder auftreten:
In meinen Mediationen mit Unternehmen sind es zwei, die dabei am aller häufigsten zu Zerwürfnissen führen: es sind schwache Führung und eine unklare Aufgabenverteilung. Auf diese beiden möchte ich näher eingehen.
Schwache Führung
Schwache Führungskräfte haben einige Eigenschaften gemein: Sie sind oft überheblich, betreiben Mikromanagement, geben unklare Anweisungen, geben gerne anderen die Schuld und kritisieren Dich ständig. Sie gehören zu den Hauptverursachern von Konflikten in Unternehmen.
Ich bin mir sicher, Du kannst diese Aufzählung aus dem Stegreif noch um einige Punkte erweitern.
Wenn Du für so eine Führungskraft arbeitest, kann das sehr schnell sehr anstrengend werden. Nicht nur für Dich, sondern auch für Deine Kollegen. Eine schwache Führung ist die Ursache für viele Konflikte: Konflikte zwischen Dir und Deiner Führungskraft, Konflikte im Team oder Konflikte mit anderen Teams.
Was Du tun kannst
Damit Du möglichst gut mit einer solchen Führungskraft umgehen kannst, musst Du aktiv werden. Diese Punkte solltest Du dabei immer einhalten:
- Grenzen setzen
- klar und respektvoll kommunizieren
- die Verantwortung dort lassen, wo sie hingehört: bei der Führungskraft
Es gibt eine Vielzahl von Konflikten, die durch schwache Führung entstehen. Wenn Du Dich in einer konkreten Konfliktsituation nicht zurecht findest, kontaktiere mich oder vereinbare gleich einen kostenlosen Termin, dann sehen wir uns das an.
Was, wenn ich selber schwach führe?
Dann gratuliere ich Dir von Herzen dazu, dass Du etwas ändern möchtest. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie Du das erreichen kannst.
In einem Coaching, mit Deiner eigenen Führungskraft, über Führungskräfteentwicklungsprogramme und/oder regelmäßiges Feedback von Deinen Mitarbeitern, zum Beispiel. Das Wichtigste ist: Verzweifle nicht - viele kleine Schritte machen ein großes auf dem Weg zum Frieden! 🙂
Unklare Aufgabenverteilung
Die unklare Aufgabenverteilung ist ein strukturelles Problem in Unternehmen. Überall dort, wo nicht ganz genau definiert ist, wer was tut und entscheidet, kommt es irgendwann zu Reibereien. Jedes Mal diskutieren zu müssen, wer eine bestimmte Aufgabe erledigen soll, ist für alle nervenaufreibend und hat großes Konfliktpotential.
Unliebsame Arbeiten werden so seltener verrichtet und um die prestigeträchtigen, angenehmen Arbeiten streiten sich alle.
Als Mitarbeiter kannst Du die Führungskraft darauf aufmerksam machen, dass Du Dir mehr Klarheit wünschst, um Deine Aufgaben auch wahrnehmen zu können. Vielleicht schaffst Du es sogar, Dir das mit Deinen Kollegen untereinander auszumachen.
Wenn Du die Führungskraft bist und merkst, dass Klarheit fehlt, schaffe sie - das funktioniert gut über Stellen- und Aufgabenbeschreibungen, Prozessgestaltung und auch in Workshops mit Deinen Teams. So kann jeder mitgestalten und Du darfst Dich eher über Akzeptanz Deiner Maßnahmen freuen.
Eine klare Aufgabenverteilung ist keine einmalige Aufgabe. Die Umwelt und Unternehmen verändern sich - und damit auch die Aufgaben. Oder ein Mitarbeiter kündigt und sein/e NachfolgerIn hat andere Qualifikationen. Auch in diesem Fall muss die Aufgabenverteilung überdacht werden. Wichtig ist, das immer im Auge zu behalten. Die Aufgabenverteilung ist ein "lebender Organismus", der laufend Pflege und Aufmerksamkeit verlangt.
Fazit
Du siehst, es gibt einige Konfliktursachen in Unternehmen - wenn Du die beiden wichtigsten davon kennst und sie ständig am Schirm hast, kannst Du schneller und effizienter darauf reagieren. Speziell zu schwierigen Mitarbeitern habe ich einen separaten Leitfaden geschrieben: wie Führungskräfte schwierige Mitarbeiter führen. Welche Methoden Dir bei der Konfliktlösung helfen, findest Du im vollständigen Methoden-Guide. Wer Konfliktstärke systematisch aufbauen will, findet in meinem Online-Kurs zu Konflikten am Arbeitsplatz eine geführte Roadmap. Denn ungelöste Konflikte schaden Dir und Deinem Unternehmen.
Häufige Fragen
Was sind die häufigsten Konfliktursachen in Unternehmen?
Aus der Praxis tauchen acht Ursachen besonders oft auf: unerfüllte Bedürfnisse, unterschiedliche Werte und Ziele, unklare Rollen und Zuständigkeiten, Konkurrenz um Ressourcen, mangelnde Anerkennung, Kommunikationsstörungen, ungeklärte Erwartungen und ungelöste Altkonflikte. Meist wirken mehrere Faktoren gleichzeitig — deshalb ist die Ursachenanalyse der erste Schritt zur Lösung.
Wie entstehen Konflikte in Unternehmen überhaupt?
Konflikte entstehen meist durch Missverständnisse, unterschiedliche Erwartungen, Ressourcenmangel oder unklare Rollen. Mangelnde Kommunikation ist oft der Nährboden — wenn Menschen nicht reden, entstehen Annahmen, und aus Annahmen werden Konflikte. Prävention beginnt mit transparenter Kommunikation und klaren Strukturen.
Sind Konflikte immer schlecht?
Nein, Konflikte können auch positiv sein — sie zeigen, dass sich Menschen genug kümmern, um einzustehen. Konstruktiv gelöst führen sie zu besseren Lösungen und stärkeren Beziehungen. Das Problem ist nicht der Konflikt selbst, sondern der Umgang damit. Konfliktfreie Teams sind oft konfliktscheue Teams — und das ist langfristig gefährlich.
Wie erkenne ich, ob ein Konflikt wirklich ein Problem ist?
Ein echter Konflikt zeigt sich durch mehrere Merkmale: unterschiedliche Ziele, verletzte Gefühle, blockierte Kommunikation oder sichtbare Folgen für Produktivität und Wohlbefinden. Wenn du merkst, dass die Situation Energie zieht oder Krankenstände steigen, ist Handeln gefragt. Ignorieren macht es nur schlimmer — nach Glasl eskalieren ungelöste Konflikte automatisch.
Was kosten ungelöste Konflikte ein Unternehmen?
Laut Porath und Pearson verbringen Mitarbeiter rund 13 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Konfliktverarbeitung — das sind fünf Wochen pro Jahr. Bei einem 10-Personen-Team kostet ein ungelöster Teamkonflikt 50.000 bis 80.000 Euro pro Jahr an verlorener Produktivität, Fluktuation und Krankenstand. Ein Bruchteil davon würde reichen, um den Konflikt mit Mediation zu lösen.
Können Konflikte verhindert werden?
Nicht alle Konflikte lassen sich verhindern — aber viele. Klare Kommunikation, transparente Prozesse, regelmässige 1:1-Gespräche und gegenseitiger Respekt reduzieren die Häufigkeit erheblich. Wichtig ist ein Klima, in dem Unterschiede willkommen sind statt tabuisiert. Führungskräfte spielen die Schlüsselrolle — vertiefend im Konfliktmanagementtraining.
