a group of hands giving thumbs up
Autor: Melanie Berger

Aktualisiert am 1. Mai 2026

Motivation ist der Antrieb, der unser Verhalten beeinflusst und uns hilft, Ziele zu erreichen. Welche Motive bei dir dominieren, zeigt sich auch in die 7 typischen Konfliktmuster - jeder Typ wird von anderen inneren Antrieben gesteuert. In Konflikten ist die Motivation dahinter oft verborgen und kann - je nach dem, wie sie lautet - hilfreich oder hinderlich sein. In diesem Beiträg erfährst du, welche Rolle deine Motivation in Konflikten spielt und wie du damit umgehen kannst, wenn sie dir mal in die Quere kommt.

Motivation kann durch innere (intrinsische) und äußere (extrinsische) Faktoren bestimmt werden. Intrinsische Motivation kommt von innen und sind durch persönliche Werte und Ziele geprägt. Extrinsische Motivation hingegen resultiert aus äußeren Anreizen wie Belohnungen oder Anerkennung.

Hier vorab noch ein paar wichtige Motivationstheorien, die du kennen solltest, wenn du dich mit dem Thema näher befassen möchtest:

Diese Theorien helfen auf unterschiedliche Arten zu verstehen, wie verschiedene Motivationsquellen unser Verhalten beeinflussen.

Aber Achtung: Modelle haben immer Schwächen - bevor du also die neuen Weisheiten zum Klugscheißen verwendest, mach dich auch darüber schlau, was sie NICHT aussagen.

Innere Faktoren - die intrinsische Motivation

Innere Faktoren der Motivation stammen aus deinem Inneren und sind oft tief mit deinen Werten, Überzeugungen und persönlichen Zielen verknüpft.

Motivtation Verhalten

Persönliche Werte und Überzeugungen

Deine persönlichen Werte und Überzeugungen sind ein starker innerer Motivator. Wenn du beispielsweise einen hohen Wert auf Ehrlichkeit legst, wirst du wahrscheinlich direkt und offen in Konfliktsituationen kommunizieren. Das kann sowohl positiv als auch negativ sein, je nachdem, wie du diese Ehrlichkeit ausdrückst (Ehrlichkeit auf Kosten der Gefühle anderer...naja. Ich bin immer etwas alarmiert, wenn jemand demonstrativ von seiner "ehrlichen Art" spricht).

Arbeite also daran, deine Werte mit Empathie und Respekt zu kommunizieren. Das ist wichtig, um Missverständnisse zu vermeiden und destruktive Konflikte zu vermeiden.

Mehr über die Bedeutung von persönlichen Werten in Konflikten erfährst du in meinem Artikel 3 Ideen zum leichteren Umgang mit Wertekonflikten am Arbeitsplatz.

Persönliche Ziele und Ambitionen

Persönliche Ziele und Ambitionen haben ebenfalls einen starken Einfluss auf dein Konfliktverhalten. Wenn du ein starkes berufliches Ziel verfolgst, könntest du Konflikte als Hindernisse sehen, die es um jeden Preis zu überwinden oder zu gewinnen gilt (dass es in Konflikten, wenn sie unbearbeitet bleiben, ab einer gewissen Eskalationsstufe nur noch Verlierer gibt, diese Erkenntnis gibt es gratis und franko hier).

Setze dir also klare, realistische Ziele und entwickle Strategien, um diese zu erreichen, ohne dabei andere zu übergehen. So kannst du Konflikte als Chancen zur Verbesserung sehen und nicht als Bedrohung - was einen enormen Unterschied im Zugang und Ergebnis macht.

Konfliktmanagement Melanie Berger Motivation - innere und äußere Faktoren, die dein Konfliktverhalten steuern Psychologie in Konflikten

Bildquelle: 17qq.com (Quelle nicht mehr erreichbar)

Äußere Faktoren - extrinsische Motivation

Äußere Faktoren der Motivation kommen aus deiner Umgebung und können von Belohnungen, Anerkennung oder sozialen Einflüssen herrühren.

Belohnungen und Anerkennung

Äußere Belohnungen wie Gehaltserhöhungen, Boni oder öffentliche Anerkennung können dein Verhalten stark beeinflussen (allerdings kaum noch, hast du einmal einen gewissen Gehaltslevel erreicht, der gar nicht so hoch ist).

Sie können dich dazu motivieren, Konflikte proaktiv anzugehen und Lösungen zu finden, um Anerkennung zu erhalten.

Auch wenn Geld nicht alles ist: Nutze doch den Mechanismus der positiven Verstärkung und belohne dich selbst für konstruktive Konfliktlösungen. So kannst du dich selbst dabei unterstützen, eine positive Einstellung zu Konflikten zu entwickeln.

Motivation

Soziale Einflüsse und Gruppendynamik

Der Wunsch, in einer Gruppe akzeptiert zu werden, kann dein Konfliktverhalten ebenfalls stark beeinflussen (siehe auch im Artikel über psychologische Grundbedürfnisse - insbesondere das Bedürfnis nach Bindung dürfte in diesem Zusammenhang interessant sein).

Soziale Mechanismen und Gruppendynamik können dein Konfliktverhalten dahingehend beeinflussen, dass du Konflikte entweder vermeidest, um Harmonie zu wahren, oder sie austrägst, um deinen Platz in der Gruppe zu sichern.

Entwickle deshalb ein Bewusstsein für Gruppendynamiken und arbeite daran, deine eigenen Bedürfnisse und die der Gruppe in Einklang zu bringen. So kannst du Konflikte auf eine Weise zu lösen, die für alle Beteiligten - inklusive dir selber -  vorteilhaft ist.

Fazit

Sowohl innere als auch äußere Motivationsfaktoren spielen eine entscheidende Rolle in deinem Konfliktverhalten. Wenn du sie kennst, dich ihrer bewusst bist und lernst, sie positiv zu nutzen, kannst du Konflikte konstruktiver bewältigen. Wer Motivation und Konfliktverhalten systematisch zusammenbringen will, findet in Ruhe im Karton, dem Selbstlern-Kurs für Konfliktstärke, eine 7-Schritt-Roadmap dafür.


p.s. Diese Artikel könnten für dich auch interessant sein:

Häufige Fragen

Wie erkenne ich meine wahre Motivation in einem Teamkonflikt?

Stelle dir drei Fragen: Was will ich wirklich erreichen? Was befürchte ich zu verlieren? Und welches Gefühl treibt mich gerade an - Angst, Ärger oder Ehrgeiz? Schreib deine spontanen Antworten auf, bevor dein Kopf sie zensiert.

Was mache ich, wenn meine Motivation dem Teamerfolg schadet?

Erkenne den Konflikt zwischen persönlichen und Team-Zielen an. Frage dich: Was ist langfristig wichtiger für mich? Suche dann nach Lösungen, die beide Ebenen berücksichtigen - oft gibt es einen dritten Weg.

Wie motiviere ich mich für schwierige Konfliktgespräche?

Fokussiere auf das positive Ergebnis: bessere Zusammenarbeit, weniger Stress, mehr Effizienz. Bereite dich konkret vor und setze dir ein realistisches Gesprächsziel. Der erste Schritt ist oft der schwerste - danach wird es leichter.

Kann ich die Motivation meiner Mitarbeiter in Konflikten beeinflussen?

Ja, durch dein eigenes Verhalten. Bleibe neugierig statt wertend und frage nach den dahinterliegenden Bedürfnissen. Wenn Menschen sich verstanden fühlen, sind sie eher bereit, konstruktiv mitzuarbeiten.

Wie unterscheide ich zwischen guter und schlechter Konfliktmotivation?

Gute Motivation zielt auf Lösungen und Verbesserung ab. Schlechte Motivation will bestrafen, bloßstellen oder gewinnen um jeden Preis. Frage dich: Baut mein Verhalten Brücken oder reißt es sie ein?

Autor

Melanie Berger

...auch bekannt als die schweizerischste Wirtschaftsmediatorin Österreichs - ich löse seit 2020 Konflikte in und zwischen Unternehmen mit einer Erfolgsquote von 95%. Ich biete Wirtschaftsmediation, Konfliktcoaching und Konfliktmanagementtrainings an. In meiner Freizeit höre ich Musik, trainiere, oder werke im Garten herum.

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mit Melanie Berger

Besser gelöste Konflikte bedeuten mehr Erfolg. In zwei Tagen zu erfolgreicheren Projekten und zufriedeneren Mitarbeitern.

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